- Hasret Aischa und die Geschichte ihrer Brautwerbung
- Die Verleumdung (ifk)
- Die Kamelschlacht (Cemel Vak’asi)
- Einige Weisheiten, die der Heirat des Propheten mit zwölf Frauen zugrunde liegen
- Zainab. Die Tochter des Dschahsch
Die Ehrenwerte und Getreue Aischa (Hasret-i Aischa-i Siddika), die Mutter der Gläubigen, mit der Gott zufrieden sein möge.
Aischas Bild
Von der Ehrenwerten Mutter Aischa wird, einer ehrwürdigen Überlieferung (Hadith) entsprechend berichtet: “Der Ehrenwerte Erzengel Gabriel hat einmal dem Propheten Aischas Bild auf Seide gemalt gezeigt und dazu gesagt: Im Diesseits wie im Jenseits soll diese deine Braut sein.”
Humeyra
So war der Prophet mit einer ganz besonderen Liebe Aischa zugeneigt. Er gab ihr auch einen Kosenamen und sagte zu den Frauen, sie sollten sich in allen Fragen, die sie betreffen, an seine “Humeyra” wenden. Der Prophet war nach dem Tode seiner ersten Frau (Khadidscha) als Witwer nach Medina gekommen, hatte dort Aischa geheiratet und sie hatte ihn danach in all seinen Schlachten und Kämpfen in der Nachhut begleitet und sich zusammen mit den Frauen seiner Gefährten (Sahabis) um die Kranken und Verwundeten gekümmert. Auch während der Schlacht am Berg Uhud begleitete sie ihn und trug auf ihrem Rücken Wasser und Proviant für ihn und seine Kampfgefährten herbei. Sie hatte sogar damals, als der Prophet am Uhud von einem Steinwurf getroffen wurde und im Gesicht verwundet worden war, ein wenig Stroh einer Matte verbrand und mit der Asche seine blutende Wunde gestillt.
Allgemein anerkannte Theologin
In den sieben Jahren ihrer Ehe mit dem Propheten nun selbst zu einer allgemein anerkannten Theologin geworden, kümmerte sie sich in den letzten vierzig Jahren ihres Lebens, nun bereits verwitwet, auch weiterhin besonders um die Frauen und erließ für sie in den entsprechenden Frauenfragen eigene Gesetze (fetwa). Sie starb 676 in Medina. Abu Hureyra, einer der Sahabis sprach über sie die Totengebete. Sie wurde ihrem letzten Wunsch entsprechend auf dem Friedhof “El-Baqi (der Ewige Gott)” bei Medina beigesetzt. Möge Gott der Gerechte (Dschenab-i Haqq) Sein überreiches Erbarmen über ihr ausgießen und auch uns Sündern auf ihre Fürsprache hin Sein Wohlwollen zuwenden! Amen.
Ihre Frömmigkeit
Als sie noch klein war, wurde Aischa von ihrem Vater unterrichtet. So konnte sie bereits im zarten Alter lesen und schreiben, weshalb die Leute schon in ihren jungen Jahren auf ihr großes Talent und ihren Scharfsinn aufmerksam wurden. Was sie gelernt hatte, vergaß sie nicht wieder. Sie konnte es auswendig wiederholen, weil sie ein so gutes Gedächtnis hatte. Sie war eine intelligente Frau von scharfem Verstand, hoher Gelehrsamkeit und dichterischer Begabung. Bei all ihrer Wohlerzogenheit und einem guten Charakter konnte sie sich sehr gut durchsetzen. Die Sahabis konnten sich auf ihren edlen Charakter und ihr untrügliches Gedächtnis verlassen. Und weil sie selbst im Koran erwähnt wird kamen sie häufig zu ihr, um sie zu befragen und von ihr zu lernen. Was sie von dem Propheten gehört hatte, gab sie während der Regierungszeit seiner Nachfolger, der Kalifen Abu Bekir, Omar und Osman weiter und lehrte es sie. Sie war freigiebig und barmherzig und fastete häufig. Ihre Frömmigkeit war tief und innig, sie betete regelmäßig und stets auch in der Nacht (Tahaddschud).
Begründerin der islamischen Rechtswissenschaften
Hasret Aischa war auch absolut unbestechlich in der Rechtsprechung und besaß genügend Weisheit und Einsicht, Schlussfolgerungen ziehen und sich eine eigene Meinung bilden zu können. So gilt sie als die Begründerin der islamischen Rechtswissenschaften (ilm-i fikh). Darum zählt sie, den Kirchenvätern der christlichen Antike vergleichbar, zu den sieben in allen Fragen islamischen Rechts maßgeblichen Gelehrten. Damit hat sie der islamischen Wissenschaft einen bedeutenden Dienst erwiesen, denn nach Meinung aller islamischen Gelehrten ist etwa ein Viertel der von ihnen angewandten Rechts- und Glaubenslehre auf sie zurückzuführen. So sagte z.B. Ebû Mûsa el-Esch’ârî: “Wir haben sie stets in allen schwierigen Rechtsfragen konsultiert.”
Abû Seleme bin Abdurrahman bin Auf sagte: “Ich habe noch nie einen gefunden, der den Propheten in all seinen Worten und Taten besser gekannt, sich in alle die vielen religiösen Fragen eingehender vertieft hätte, mit den Versen des Korans (Ayat) inniger vertraut gewesen wäre, ihre Entstehungsgeschichte besser hätte erzählen können und alle Gebote und Verbote des islamischen Glaubens besser beherrscht hätte als Hasret Aischa.”
Und von Imam Suhri wird überliefert: “Wäre es möglich, alles Wissen der übrigen Frauen des Propheten, ja überhaupt alles Wissen seiner Zeit zusammenzutragen, es würde dennoch das Wissen von Hasret Aischa noch schwerer wiegen.”
Atâ ibn Ebî Rebâh sagt: “Hasret Aischa war unter allen, die den Propheten noch gekannt hatten, diejenige, welche die islamischen Lebensregeln am besten kannte und am besten zur islamischen Meinungsbildung beitragen konnte.”
Mesruk, bereits ein Nachfolger der Sahabis, sagte: “Ich schwöre bei Gott, dass auch die vornehmsten unter den ehrenwerten Sahabis stets wieder zu Hasret Aischa kamen, um sich von ihr über die islamischen Lebensregeln unterrichten zu lassen.”
2210 Hadithe
Von Hasret Aischa sind uns 2210 Hadithe des Propheten überliefert. Sehr viele davon wurden


