Der Islam ist keine neue Religion, sondern der abschließende Höhepunkt und die Erfüllung der selben Grundwahrheiten, die Gott durch alle seine Propheten allen Völkern offenbart hat, Eine Lebensweise versinnbildlicht durch Frieden – Frieden mit Gott, Frieden mit sich selbst und Frieden mit den Geschöpfen Gottes durch Ergebung in Gott und Bindung an seine Rechtleitung.

Mohammed (A.S.M.), Siegel der Propheten
Mohammed (A.S.M.) wurde in Mekka im Jahre 570 abendländischer Zeitrechnung geboren, während der in Europa als das frühe Mittelalter bezeichneten Geschichtsperiode. Während Mohammed (A.S.M.) heranwuchs, wurde er bekannt für seine Wahrhaftigkeit, seinen Großmut und seine Aufrichtigkeit und erwarb sich den Beinamen al-Amin, der Vertrauenswürdige.
Mohammed (A.S.M.) war von nachdenklichem Wesen und hatte seit langem den Niedergang seiner Gesellschaf verabscheut. Mit vierzig Jahren während einer meditativen Zurückgezogenheit, empfing Mohammed (A.S.M.) seine erste Offenbarung von Gott durch den Engel Gabriel. Diese Offenbarungen dauerten dreiundzwanzig Jahre lang an und sind als der Qur’an bekannt.
Mohammed (A.S.M.) fing an, die Worte vorzutragen, die er von Gabriel gehört hatte, und die Wahrheit zu predigen, die Gott ihm offenbarte. Die Leute von Mekka waren tief verstrickt in ihre Unwissenheit und wandten sich auf alle erdenkliche Weise gegen Mohammed (A.S.M.) und die kleine Schar seiner Anhänger. Diese frühen Muslime erlitten schlimme Verfolgungen.
Im Jahre 622 gab Gott der muslimischen Gemeinschaft die Anweisung auszuwandern. Dieses Ereignis, die Hidschra, »Auswanderung«, bei der sie Mekka verließ und sich in die etwa 420 km nördlich gelegene Stadt Medina begab, stellt zugleich den Anfang der muslimischen Zeitrechnung dar.
Medina bot Mohammed (A.S.M.) und den Muslimen die sichere und fruchtbare Zuflucht, von wo aus der Islam gedeihen konnte. Nach einigen Jahren kehrten der Prophet und seine Anhänger nach Mekka zurück, wo sie ihren Feinden vergaben und den Islam endgültig einrichteten. Bevor der Prophet mit 63 Jahren verstarb, war der überwiegende Teil Arabiens muslimisch, und innerhalb eines Jahrhunderts nach seinem Tod hatte sich der Islam von Spanien im Westen bis China im Osten verbreitet.

Die fünf Säulen des Islam
Sie sind die Grundlage des Lebens als Muslim: Glaube an die Einzigkeit Gottes und das abschließende Prophetentum Mohammed (A.S.M.)s; Verrichten des täglichen Gebets; Sorge für die Bedürftigen und Zuwendung an sie geben; Selbstreinigung durch Fasten; und die Wallfahr nach Mekka für diejenigen, die dazu körperlich und finanziell imstande sind.

Schahadah oder Glaubensbekenntnis
»Nichts ist der Anbetung würdig außer Gott, und Mohammed (A.S.M.) ist Gottes Gesandter.« Dies Glaubensbekundung nennt man die Schahadah, einen einfachen Satz, den alle Gläubigen aussprechen. Die Bedeutung dieser Bekundung ist der Glaube, dass der einzige Zweck des Lebens darin besteht, Gott zu dienen und gehorsam zu sein, und dies wird erlangt durch die Befolgung der Lehren und Verhaltensweisen des letzten Propheten Mohammed (A.S.M.).

Salah oder Gebet
Salah ist die Bezeichnung für das Gebet, das zu fünf Tageszeiten verrichtet wird und eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Betenden und Gott bedeutet. Zu diesen fünf rituellen Gebeten gehören Verse aus dem Qur’an, und sie werden in arabischer Sprache, der Sprache der Offenbarung, gesprochen. Persönliche Gebete könnten indes in der jeweils eigenen Sprache und zu jeder beliebigen Zeit erfolgen.

Zakah oder Spenden geben
Ein wichtiger Grundsatz des Islam ist, dass alles Gott gehört, und dass folglich Reichtum dem Menschen nur anvertraut ist. Das Wort Zakah bedeutet sowohl »Reinigung« als auch »Wachstum«. Einen Anteil für die Bedürftigen beiseite zu legen reinigt unser Vermögen, und wie beim Zurückschneiden der Pflanzen führt es zur Ausgewogenheit und neuem Wachstum.

Muslimisches Leben in der Familie

Die Familie bildet die Grundlage für die Islamische Gesellschaft. Der Frieden und die Sicherheit, die eine festgefügte Familie bieten, werden hochgeschätzt und gelten als entscheidend für das spirituelle Gedeihen ihrer Angehörigen. Eine harmonische Gesellschaftsordnung beruht auf der Existenz von Großfamilien. Kinder werden geschätzt und verlassen das Elternhaus selten bevor sie heiraten.
Die Eltern werden in der islamischen Tradition hochgeachtet, und es gilt als Ehre und Segen, sich um die betagten Eltern zu kümmern. Die Mütter werden ganz besonders geehrt: Der Qur’an lehrt, dass die Mütter weil sie durch Schwangerschaft, Geburt und Aufziehen der Kinder manches zu ertragen haben, besondere Rücksicht und Güte verdienen.
Im Qur’an heißt es:

»Und wir haben den Menschen über seine beiden Eltern angewiesen – es hat ihm seine Mutter getragen, in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung ist in zwei Jahren – sei Mir dankbar und deinen beiden Eltern, bei Mir ist das endgültig Sein.« (Sure 31, 14)

Eine muslimische Heirat ist sowohl eine heilige Handlung als auch ein rechtliche Übereinkunft, bei der jeder Partner legitime Bedingungen einbringen darf. Folglich ist die Ehescheidung, obwohl unüblich, nur als letzte Lösung erlaubt. Die Heiratsgebräuche sind ansonsten von Land zu Land sehr verschieden.