Hudaibia
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« Antworten #8 am: November 09, 2006, 07:54:04 » |
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(Aus dem 25. Wort, Nursi) Der Qur’an bietet keine Vergleichsmöglichkeit mit irgendeinem anderen Wort, ist unvergleichbar mit anderen Worten. Denn die verschiedenen Ebenen eines Wortes ergeben sich hinsichtlich seiner Erhabenheit, Kraft und Schönheit aus vier Quellen. Eine davon ist sein Sprecher (mutekellim). Eine andere ist der Angesprochene (muhatab). Eine weitere ist seine Absicht (maqsad). Eine letzte ist sein Niveau (maqam). Es ist keineswegs so, wie es die Literaten sagen, die nur den literarischen Wert (maqam) ins Auge fassen. Weil dies aber so ist, frage dich bei einem Wort: »Wer sagte es? Wem wurde es gesagt? In welcher Absicht wurde es gesagt? Wie seriös (maqam) war es gemeint?« Bleibe nicht dabei stehen, nur das Wort allein zu betrachten. Da ein Wort nun einmal seine Kraft, seine Schönheit aus diesen vier Quellen schöpft, erkennt man, sobald man der Quelle des Qur’an seine Beachtung schenkt, den Grad seiner sprachlichen Brillanz, seiner Erhabenheit und seine Schönheit. Da nun einmal ein Wort (kelam) abhängig ist von dem, der es sagt (mutekellim), so beinhaltet dieses Wort auch, sobald es sich dabei um ein Gebot oder ein Verbot handelt, zugleich Willenskraft und Macht entsprechend dem Rang des Sprechers. Dann wird das Wort so stark, dass es keinen Widerstand mehr duldet. Es wirkt wie der elektrische Strom. Dementsprechend steigert sich auch die Erhabenheit und Kraft eines Wortes. Zum Beispiel: »Oh Erde, verschlinge dein Wasser, und, oh Himmel, halt ein!« (11, 44)
Das heißt: »Oh Erde, deine Aufgabe ist beendet. Verschlinge dein Wasser! Oh Himmel, deine Dienste sind nicht mehr erforderlich. Stelle den Regen ein!« Ein anderes Beispiel: »Und Er sagte zum Himmel und zur Erde: kommt her, freiwillig oder widerwillig! Sie sagten: Wir kommen freiwillig.« (Sure 41, 11)
Das heißt: Er sagte: »Oh Erde! Oh Himmel! Ob ihr wollt oder nicht, kommt her, unterwerft euch Meiner Weisheit und Macht! Tretet aus dem Nichtsein heraus, kommt zu Meiner Kunstausstellung ins Dasein!« Sie sagten: »Wir kommen in vollkommenem Gehorsam. Wir werden alle Aufgaben, die Du uns zeigst, mit Deiner Macht vollbringen.« So betrachte die Kraft und die Erhabenheit von derartigen wahren und eindringlichen Befehlen, welche die Macht und die Willenskraft (Gottes) in sich enthalten. Können denn da noch Gespräche in Befehlsform, welche sich Menschen mit der unbelebten Natur zurecht phanta-sieren, wie »Oh Erde halt ein! Oh Himmel spalte dich! Oh Untergang brich an!«
mit den oben angeführten Befehlen vergleichbar sein?… Wo bleiben denn da nun in der Tat alle die guten Wünsche und die unsinnigen Befehle, die aus diesen Wünschen erwachsen, und wo bleibt der wahre Befehl eines Kommandeurs in seinem Dienst, ausgestattet mit der Echtheit seines Kommandos? Wo bleibt da in der Tat der durchschlagende Befehl des Kommandeurs an sein großes, gehorsames Heer? Wenn ein solcher Befehl von einem einfachen Soldaten ausgesprochen wird, so unterscheidet er sich, obwohl er ihm doch äußerlich gleicht, dem Geist und Sinne nach so wie ein einfacher Soldat von seinem Kommandeur. Zum Beispiel: »Sein Befehl ist nur, wenn Er ein Ding will, dass Er zu ihm spricht: Sei! und es ist.« (Sure 36, 82) und zum Beispiel »Und als Wir zu den Engeln sprachen: Werft euch vor Adam nieder.« (Sure 2, 34) Betrachte die Kraft und die Erhabenheit, die in den beiden Befehlen der beiden Ayat liegt. Dann betrachte die Worte der Menschen, die sie als Befehle geben. Ähnelt es nicht einem Vergleich zwischen einem Leuchtkäfer mit der Sonne? Wenn in der Tat der wahre Inhaber eines Geschäftes uns eine Beschreibung gibt, wenn der wahre Künstler während seiner Tätigkeit Auskunft gibt über sein Kunstwerk, wenn der wahre Geber bei der Überreichung seiner Gaben eine Verlautbarung zu seinen Gaben äußert, so heißt das, Wort und Tat miteinander zu vereinigen, seine eigene Tat sowohl für das Auge als auch für das Ohr zu erläutern, wenn er sie folgendermaßen beschreibt: »Schaut her! So habe ich dies gemacht. So mache ich das. Hier habe ich dies aus jenem Grunde so gemacht. Dies muss so werden. Darum mache ich dieses auf jene Weise.« Zum Beispiel: »Haben sie nicht zum Himmel über ihnen emporgeschaut, wie Wir ihn erbaut und geschmückt haben und (gesehen, dass) er keine Risse hat? Und die Erde – Wir haben sie ausgebreitet und feste Berge darauf gesetzt; und Wir ließen auf ihr all die herrlichen Paare hervorsprießen als Aufklärung und Ermahnung für jeden Diener, der sich Ihm zuwendet. Und vom Himmel senden Wir Wasser hernieder, das voll des Segens ist, und bringen damit Gärten und Korn für die Ernte hervor, und hochragende Palmen mit dichtstehenden Fruchtscheiden als Versorgung für die Diener; und beleben damit ein totes Land. So wird die Auferstehung sein.« (Sure 50, 6-11)
Was sind also derartige Darstellungen, die wie sternengleiche Paradiesesfrüchte als Sternzeichen (burudj) dieser Sure am Himmel des Qur’an leuchten, die brillante Ausdrucksweise, in der durch diese Taten Beweise der Auferstehung auf verschiedenen Ebenen erwähnt wer-den und was die Schlussfolgerung, die sich daran anschließt und mit dem Ausdruck »So ist die Auferstehung.«
die Auferstehung beweist und so schon am Anfang der Sure diejenigen, welche die Auferstehung bestreiten, zum Schweigen bringt und was sind dagegen die leeren Worte der Menschen über Werke, zu denen sie kaum eine Beziehung haben? Selbst Bilder von Blumen, naturgetreu kopiert, erreichen im Vergleich mit lebendigen Blumen nie einen solchen Grad von Echtheit. Die Bedeutung von diesem »betrachten sie nicht.«
bis zum »so ist die Auferstehung.«
aufs Beste wiederzugeben, würde hier jedoch den Rahmen sprengen. Deshalb wollen wir hier nur darauf hinweisen und fahren fort. Es ist also wie folgt:
Da die Ungläubigen, die Wiederauferstehung leugnen, macht der Qur’an am Anfang der Sure eine solche Einlei-tung, um die Notwendigkeit der Wiederauferstehung darzulegen. Er sagt: »Schaut ihr etwa nicht zum Himmel über euch empor, in welcher Art Wir ihn, so wohlgeordnet und so prachtvoll aufgebaut haben? Und seht ihr über-dies denn nicht, wie wir ihn mit den Gestirnen, dem Mond und der Sonne geschmückt haben? Wir haben keinen Fehler oder Mangel zurückgelassen. Und seht ihr über-dies denn nicht, wie Wir die Erde für euch ausgebreitet und wie Wir sie voll Weisheit eingerichtet haben? Wir haben Berge auf der Erde aufgerichtet und sie so vor dem Überfluten durch das Meer geschützt. Und seht ihr überdies denn nicht, wie schön bunt und in Farbe Wir paare von Pflanzen jeder Art erschaffen haben? Alle Ecken der Erde haben Wir mit diesem Schmuck verziert. Und seht ihr überdies denn nicht, wie Wir vom Himmel herab den Segen des Wasser senden? Aus diesem Wasser erschaffe Ich Weingärten und Felder, Getreide und hochragende Bäume, die, gleich den Dattelpalmen, wohlschmeckende Früchte tragen, schicke durch sie Meinen Dienern ihren Unterhalt, lasse ihn eilig herbeibringen. Seht ihr überdies denn nicht, dass Ich mit diesem Wasser ausgedorrtes Land wiederbelebe? Tausende irdische Abbilder der Auferstehung rufe ich ins Dasein. Wie ich diese Pflanzen durch Meine Macht aus diesem abgestorbenen Boden wieder hervorbringe, so wird auch euer Wiederhervorkommen am Tage der Auferstehung sein. Wenn die Welt untergeht, wird zwar die Erde sterben, doch ihr werdet lebendig wieder aus ihr hervorkommen.« Was also ist die Brillanz, welche diese Ayat bei den Beweisführungen für die Wiederauferstehung zeigen und für deren tausendsten Teil wir hier ein Zeichen setzen konnten? Und was sind dagegen die Worte, die die Menschen zu einer Behauptung benötigen? (Zitatende)
Wenn eine Tat beschreiben wird, genau so wie sie abläuft, erkennt jeder ohne Zweifel, dass dieses Wort nur dem gehören kann, der das ganze tut. Oder wenn in einem Haus von Gegenständen berichtet wird, erkennt genauso jeder, der sie genau dort findet, wie berichtet, dass diese Aussage nur dem gehören kann, dem das Haus mit allem, was darinnen ist, gehört.
Außerdem gibt es im Qur'an einen Vers, der Ayet-ul Kübra (das große Zeichen) genannt wird und ausdrückt, dass der Sinn der Erschaffung des Menschen in seiner Ibada (Dienst und Anbetung) liegt. Mit Ibada wird die menschliche Veranlagung der Wertschätzung gemeint, die ihn zum Ehren, Begeistern und Danken führt. (9. Wort, Nursi) Dem Menschen einen Zugang zu diesen drei Qualitäten zu bieten lehrt der Qur'an die Einheit (Tauhid), die bedeutet, dass alles, was da ist, Gott gehört als Seine Kunstwerke und als Seine Gastgeschenke. Wunder des Qur'ans liegt in seinem Stil, seiner Ausdrucksweise. Ein Beispiel zu nennen:
Ein Vers lautet etwa sinngemäß: "Verdient euer Herr, der auch mit so vielen Gastgeschenken beschert, etwa nicht euren Dank?" Es ist leicht zu erkennen, dass der Qur'an damit dem Zuhörer einen Zugang zur Dankbarkeit bieten will. Ein anderer Vers besagt sinngemäß: "Warum soll euer Herr auch bestrafen, wenn Ihr euch dankbar erwiesen hättet? Denkt Ihr etwa, dass euer Herr euren Dank nicht zu schätzen wissen könnte?" Mit dieser Aussage bezweckt der Qur'an, dass der Mensch den Zugang zur Hochachtung findet.
Ein weiteres Beispiel sehen wir in den Versen, in denen die Erschaffung des Menschen im Mutterleib beschrieben wird, wodurch der Sagende sowie der Hörende dazu bringt, vor Begeisterung zu sagen: Fe tebarekallahu ahsenul Khaliqiyn. (Gesegnet sei Allah, der bestens erschaft!) Diese Qualitäten machen unsere Ubudiyet (Dienst und Anbetung), sowie unsere Menschlichkeit und unser Anstand.
Das ist das Ziel des Qur'ans, uns, Menschen emotional in die Richtung der Ubudiyet (Ehren-Begeistern und Danken) führt.
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