Antwort Die islamische sicht der Sexualität "Und unter Seinen Zeichen ist dies, daß er Gattinnen für euch schuf aus euch selber, auf daß ihr Frieden in ihnen fändet, und Er hat Liebe und Zärtlichkeit zwischen Euch gesetzt. Hierin sind wahrlich Zeichen für einVolk, das nachdenkt." 30/22
Wie grundsätzlich sich die islamische Sicht der Sexualität von der christlich-abendländischen unterscheidet, wird durch die folgenden Auszüge aus
Al Ghazzalis "Band über die Ehe" in seinem im 11. Jahrhundert verfaßten klassischem Werk der islamischen Orthodoxie, der "Neubelebung der Religionswissenschaften", erkennbar:
"Freilich soll der Geschlechtstrieb nicht lediglich die Kindererzeugung erzwingen, sondern er ist auch in einer anderen Hinsicht eine weise Einrichtung. Die mit seiner Befriedigung verbundene Lust, mit der sich, wenn sie von Dauer wäre, keine andere vergleichen ließe, soll nämlich auf die im Paradies verheißenen Wonnen hindeuten. Denn es wäre nutzlos, einem eine Wonne in Aussicht zu stellen, die er niemals empfunden hat. - Die irdischen Vergnügungen sind daher auch inso-fern von Bedeutung, als sie das Verlangen nach dem dauernden Genuß derselben im Paradies wecken und so einen Ansporn für den Dienst Gottes bilden.» Aus dem obigen Zitat wird ersichtlich, daß der
Islam äußerst "
sexual-freundlich" eingestellt ist, d.h. über die Zeugungsfunktion hinaus den Genuß betont und religiös begründet. Diese - als so positive und machtvolle Antriebskraft gesehene Sexualität soll sich jedoch innerhalb eines gottgewollten, die gesellschaftliche Struktur schützenden, Rahmens entfalten.
Al Ghazzali sieht den präkoitalen Lustgewinn, der vor allem im Interesse der Frau liege, als religiöse Pflicht. Weil die Lust der Frau nach Zwischenstadien verlange, müsse sich der männliche Gläubige bemühen, seine eigene Lust, die vor allem in der genitalen Vereinigung befriedigt werde, den weiblichen Bedürfnissen unterzuordnen:
"Nachdem er selbst seine Lust gestillt hat, soll er warten, bis auch die Frau ihre Lust gestillt hat, weil die Ejakulation der Frau oft später erfolgt, während seine Lust noch glüht. Denn das Zurückziehen des Mannes ist der Frau lästig und die natürliche Ungleichzeitigkeit bis zum Samenerguß ist die Ursache für die Abwendung, wenn der Mann zuerst den Samenerguß hat." - Doch muß er ihr in dieser Hinsicht (der sexuellen Befriedigung) mehr oder weniger gewähren, entspre-chend dem, was sie zu ihrer Bewahrung nötig hat, denn ihre Bewahrung ist für ihn Pflicht» (zit. nach Mernissi, 1987). Der Zweck der "naturgewollten" Verschiedenartigkeit wird auch auf dieser Ebene - der geschlechtsspezifischen - wieder klar ersichtlich: die menschliche und religiöse Pflicht der beidseitigen Befriedigung gemäß der Unterschiedlichkeit der Bedürfnisse. Das gewünschte Ergebnis ist ein rücksichtsvolles, kommunikatives Miteinander, daß sich erst aufgrund der gottgewollten Ungleichheit voll entfalten kann.
.....Inschaallah dies reist für erste...
PS:Im Islam darf man über alles reden, jede Frage darf gestellt werden....
Ja sogar die existens Gottes (hascha) darf in Frage gestellt werden....
Weitere Überschriften....
II. DAS ISLAMISCHE KONZEPT DER GLEICHBERECHTIGUNG
III. DIE ISLAMISCHE SICHT DER SEXUALITÄT
IV. DIE EIGENVERANTWORTLICHKEIT
V. GESELLSCHAFTLICHE KONSEQUENZEN
VI. GLEICHHEIT IN DER UNGLEICHHEIT
VII. SOZIALE REFORMEN MUHAMMADS (S.a.) -
SCHUTZ FÜR FRAUEN UND ANDERE BENACHTEILIGTE GRUPPEN
VIII. DAS BEISPIEL DES"EXEMPLARISCHEN MENSCHEN"
IX. DIE MUSLIMA ZU ZEITEN MUHAMMADS (s.a.) UND IN DER GESCHICHTE - IHR EINFLUSS AUF DIE RELIGION
X. DIE MUSLIMA HEUTE
http://www.enfal.de/grund38.htm#III