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Autor Thema: Falsche Überlieferung über unseren Propheten(sav)?  (Gelesen 4257 mal)
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Nur04
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« am: Dezember 25, 2006, 14:36:39 »

Selamun aleykum

In einem Gespräch, in dem es darum ging, dass kein Mensch fehlerfrei ist, wollte mir jemand weiß machen, dass sogar unser Prophet(ass) nicht fehlerfrei sei!
Laut einer Überlieferung hätte er sich wohl "über jemanden lustig gemacht" oder "sich das Gesicht wegen einer Person verzerrt".

Als ich das gehört hatte, war ich so darüber schockiert, dass man so etwas über unseren Geliebten Allahs erzählt, das kann doch nicht sein!
Ich hab dann weiter nachgehakt und mir haben das einige erzählt in der Türkei. Wie kann das sein, es sei anscheinend ein Hadis??! Habt ihr darüber schon mal etwas gehört??


Soweit ich weiß, gehört zu den Grundlagen der Prophetenschaft

Ehrlichkeit
Vertrauenswürdigkeit
Übermittlung
Intellekt
Sündlosigkeit
Körperliche und mentale Mängellosigkeit


Somit kann ich das einfach nicht glauben was man mir da erzält hat...

Möge Allah uns von falschem "Wissen" fernhalten,
Vesselam
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Nur04
Gast
« Antworten #1 am: Dezember 27, 2006, 15:18:36 »

wie das schicksal es so will, hatte ich in einem buch eigentlich was ganz anderes gesucht und da fiel mir die überschrift "die sure al-abasa"=er runzelte die stirn auf und hab dann somit gleich die quelle zu meiner antwort finden können Smiley

also die antwort erfolgt insallah bald von mir, möchte mich nur gut genug damit auseinander setzen bevor ich hier was darüber schreibe...

... und Allah ist Der, Der allem antwortet Smiley

Vesselam
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hamza abdulhakim
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« Antworten #2 am: Juni 01, 2007, 08:41:03 »

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

Selam aleykum ve rahmetullahi ve barakatuhu,

Die Schwester sagte, dass man ihr sagte das kein Mensch und selbst Muhammad nicht, Friede sei mit ihm, fehlerfrei ist und sie das nicht glauben könne. Man erzählte ihr von einer Überlieferung in der sich Muhammad, Friede sei mit ihm, über jemanden lustig machte bzw. sein Gesicht wegen einer Person verzehrte.

Schwester, die entsprechende Begegenheit erwähnt Allah in der Sura Abbasa, Kapitel 80, Vers 1-11

Zitat
Er runzelte die Stirn und wandte sich ab, als der blinde Mann zu ihm kam. Was läßt dich aber wissen, daß er sich nicht reinigen wollte oder daß er Ermahnung suchte und ihm somit die Lehre nützlich würde? Wer aber es nicht für nötig hält , dem kommst du (bereitwillig) entgegen , ohne dir etwas daraus zu machen, daß er sich nicht reinigen will. Was aber den anbelangt, der in Eifer zu dir kommt und gottesfürchtig ist , um den kümmerst du dich nicht.
Nicht so. Wahrlich, dies ist eine Ermahnung.

Die Begenheit dazu war die folgende. Laut Ibn Abbas unterhielt sich Muhammad, Friede sei mit ihm, mit ein paar noblen Leuten von den Quraisch und versuchte sie zum Islam einzuladen. Ein alter, blinder Mann kam hinzu und wollte von Muhammad, Friede sei mit ihm, über den Islam belehrt werden. Muhammad, Friede sei mit ihm, fühlte sich gestört und wendete sich stirnrunzelt ab. Darauf hat Allah diese Verse offenbart und seitdem nannte Muhammad, Friede sei mit ihm, den blinden Mann immer "Der für den mein Herr mich tadelte". Es handelt sich hier um keine Beleidung sondern lediglich um einen Fehler von Muhammad, Friede sei mit ihm, für den er von Allah getadelt wurde.

Man muss hier klar zwischen einer Sünde und einem Fehler unterscheiden. Eine Sünde bedeutet, dass man absichtlich und bewusst ein Gebot von Allah ignoriert, während ein Fehler eine Sache ist die man nicht richtig gemacht hat bzw. die man hätte besser machen können. Kein Prophet hat jemals eine Sünde begangen noch hat er in der Offenbarung einen Fehler gemacht oder etwas weggelassen. Allerdings können Propheten im persönlichen Verhalten geringe Fehler machen wie beispielsweise im obigen Vers geschildert wird.

Darin liegt auch eine große Weisheit verborgen, denn

1. Jemand der auch nur den kleinsten Fehler begeht kann niemals angebetet werden.

2. Man sieht daran, dass Allah selbst kleine Fehler erstnimmt und man selbst dafür um Vergebung bitten sollte.

Es gibt noch einige Stellen im Quran und in den authentischen Hadithen in denen Muhammad, Friede sei mit ihm, oder andere Propheten Fehler begehen und dafür von Allah getadelt wurden.

Hoffe die Frage beantwortet zu haben
Hamza Abdulhakim
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« Antworten #3 am: Juli 18, 2008, 08:49:23 »

As Salamu alaikum wr wb ,

eine sehr bekannte Fehlinterpretation ,da an ihr sehr viel im Widerspruch dazu steht !

ws
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hamza abdulhakim
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« Antworten #4 am: Juli 19, 2008, 17:39:25 »

Selam aleykum ve rahmetullahi ve barakatuh,

Der Bruder Al-Murabit sagte, dass die Erklärung die ich zu diesem Vers gab eine sehr bekannte Fehlinterpretation sei der viel im Widerspruch dazu steht.

Bruder, es wäre sehr hilfreich für mich wenn du mir sagen könntest warum dies aus deiner Sicht eine Fehlinterpretation ist, denn ich kann weder einen Vers aus dem glorreichen Qur'an noch ein Sahih Hadith finden welches dazu im Widerspruch stünde. 

Selam aleykum ve rahmetullahi ve barakatuh
Hamza
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« Antworten #5 am: Juli 24, 2008, 08:04:39 »

As Salamu alaikum wr wb ,

Zitat
Er runzelte die Stirn und wandte sich ab, als der blinde Mann zu ihm kam. Was läßt dich aber wissen, daß er sich nicht reinigen wollte oder daß er Ermahnung suchte und ihm somit die Lehre nützlich würde? Wer aber es nicht für nötig hält , dem kommst du (bereitwillig) entgegen , ohne dir etwas daraus zu machen, daß er sich nicht reinigen will. Was aber den anbelangt, der in Eifer zu dir kommt und gottesfürchtig ist , um den kümmerst du dich nicht.
Nicht so. Wahrlich, dies ist eine Ermahnung.
Die Begenheit dazu war die folgende. Laut Ibn Abbas unterhielt sich Muhammad, Friede sei mit ihm, mit ein paar noblen Leuten von den Quraisch und versuchte sie zum Islam einzuladen. Ein alter, blinder Mann kam hinzu und wollte von Muhammad, Friede sei mit ihm, über den Islam belehrt werden. Muhammad, Friede sei mit ihm, fühlte sich gestört und wendete sich stirnrunzelt ab. Darauf hat Allah diese Verse offenbart und seitdem nannte Muhammad, Friede sei mit ihm, den blinden Mann immer "Der für den mein Herr mich tadelte". Es handelt sich hier um keine Beleidung sondern lediglich um einen Fehler von Muhammad, Friede sei mit ihm, für den er von Allah getadelt wurde.

In den klassischen Tafsirwerken , besonders im ältesten Tafsir At Tabarani ra wird diese "Gegebenheit " nicht so wiedergeben , wie es Hamza AbdulHakim es tat :

Ich unterteile es mal , damit mehrere Widersprüche in dieser angeblichen "Gegebenheit " deutlich werden :

1. Sura Al Abasa wurde in Ash Shifa von Qadi Iyyad Ibn Musa al Jahsubi ra nach den klassischen Mufassirun in dem folgenden Sinne ausgelegt :"er runzelte die Stirn" kann sich nicht aus mehreren Gründen auf den Propheten saws beziehen :
a) es existieren mehrere Quranverse , die besagen , dass Allah das Verhalten der Gläubigen daran misst , ob sie ihre Stimmen erheben über die des Propheten saws , dass sie sich nicht ohne Erlaubnis , wenn sie in einer Angelegenheit bei ihm saws waren ohne Erlaubnis den Ort nicht verlassen durften , dass er saws sie dazu immer wieder strengstens ermahnte sich um die Armen ,Waisen & Witwen zu kümmern .

Lt. Ibn Ishaq ra bezieht es ( er runzelte die Stirn )auf den Quraishi ,der beim Propheten saws saß ,denn wiederum ist bekannt & es steht in allen klassischen Standardwerken , dass dieser Quraishi sich besonders gegen die Armen & Schwachen unter den Muslimen wendete ( At Tabari ra )

2. Widerlegung der folgenden "Gegebenheit ", dass dies angeblich von Ibn Abbas ra stammt :
Zitat
Die Begenheit dazu war die folgende. Laut Ibn Abbas unterhielt sich Muhammad, Friede sei mit ihm, mit ein paar noblen Leuten von den Quraisch und versuchte sie zum Islam einzuladen. Ein alter, blinder Mann kam hinzu und wollte von Muhammad, Friede sei mit ihm, über den Islam belehrt werden. Muhammad, Friede sei mit ihm, fühlte sich gestört und wendete sich stirnrunzelt ab. Darauf hat Allah diese Verse offenbart und seitdem nannte Muhammad, Friede sei mit ihm, den blinden Mann immer "Der für den mein Herr mich tadelte". Es handelt sich hier um keine Beleidung sondern lediglich um einen Fehler von Muhammad, Friede sei mit ihm, für den er von Allah getadelt wurde.

Dieser Hadith ist lt. der Mehrheit der Experten der sunnitischen Hadithwissenschaften mawdu & taucht in keiner der sechs authentischen Hadithbücher ( Kutub as Sitta )auf , auch der Mawdu Hadith , dass derjenige , welche blind war , derjenige war Abdullah Ibn Makhtum ra , soll deswegen gesagt : " Ich bin der , weswegen der Prophet saws ermahnt wurde " , auch dieser ist mawdu !

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« Antworten #6 am: Februar 02, 2010, 23:17:59 »

assalamu aleikoum,
hier deine aussage:


In einem Gespräch, in dem es darum ging, dass kein Mensch fehlerfrei ist, wollte mir jemand weiß machen, dass sogar unser Prophet(ass) nicht fehlerfrei sei!
Laut einer Überlieferung hätte er sich wohl "über jemanden lustig gemacht" oder "sich das Gesicht wegen einer Person verzerrt".

Als ich das gehört hatte, war ich so darüber schockiert, dass man so etwas über unseren Geliebten Allahs erzählt, das kann doch nicht sein!
Ich hab dann weiter nachgehakt und mir haben das einige erzählt in der Türkei. Wie kann das sein, es sei anscheinend ein Hadis??! Habt ihr darüber schon mal etwas gehört??


Soweit ich weiß, gehört zu den Grundlagen der Prophetenschaft

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Somit kann ich das einfach nicht glauben was man mir da erzält hat...

Möge Allah uns von falschem "Wissen" fernhalten,
Vesselam
 hier meine aussage;

als unser prophet (s.a.s)mit den führern die quraisch sahs um dawa zu machen kam ein blinder zu ihm ,er wartete nicht, drängelte,und wollte auch fragen.
und in dieser situation runzelte unser prophet die stirn.dies war eine gute situation statt der vorzüglicheren situation die er gewählt hat.
und darauf hat  ALLAH  ihn danach in einer bestimmten surat zurechtgewiesen.

er machte keinen fehler,er hat nur die weniger lobenswerte aktion gewählt.
wir müssen aufpassen bei solchen fällen.das heisst die sira genau studieren.mit ein mal zwei mal durchlesen ist es nicht getan.

aber was red ich denn viele haben noch nie in ihren leben sowas gelesen.die befassen sich lieber mit der frage ob glückspiel im internet haram ist oder nicht.wie amseelig
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