Lichtstr.de Shop Lichtstr.de Blog
Februar 06, 2012, 00:52:24 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
 
   Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Umm Salamah (r.a)  (Gelesen 1983 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
erdbeer.kiwi
Gast
« am: Januar 07, 2007, 18:12:23 »

Madad, yâ sultânu l-awliyâ’. Dastûr, yâ sultânu l-anbiyâ’, madad, yâ rijâlallâh, madad.

Umm Salamah (r.a). Was hatte sie für ein aufregendes Leben! Ihr wirklicher Name war Hind (Bitte nicht verwechseln mit Hind die Frau des Abu Sufyans). Sie war die Tochter eines Adligen aus dem Stamme der Makhzum, der den Spitznamen 'Zad ar-Rakib trug, weil er wohlbekannt war für seine Großzügigkeit, besonders Reisenden gegenüber. Umm Salamah's Ehemann war Abdullah ibn Abdul Asad und sie beide waren eine der ersten Menschen, die den Islam annahmen. Nur Abu Bakr und einige wenige andere, die an den Fingern einer Hand abzuzählen waren, waren vor ihnen Muslime geworden.

Sobald sich die Neuigkeit verbreitet hatte, daß sie Muslime geworden waren, reagierten die Quraysh mit wahnsinnigem Ärger. Sie begannen Umm Salamah und ihren Gatten zu verfolgen und zu bedrängen. Aber das Paar schwankte weder noch verzweifelte und blieb standfest in seinem neuen Glauben. Die Verfolgung wurde immer stärker und stärker. Das Leben in Mekka wurde immer unerträglicher für viele der neuen Muslime. Daraufhin gab ihnen der Prophet(s.a.s.) die Erlaubnis, nach Abessinien auszuwandern.

Umm Salamah und ihr Mann waren bei den ersten dieser Muhajirun, Zufluchtssuchende in einem fremden Land. Für Umm Salamah bedeutete es, von einen geräumigen Haus und den traditionellen Bindungen der Familie und dem Ansehen Abschied zu nehmen für etwas neues - der Hoffnung auf Freude und Belohnung durch Allah. Trotz des Schutzes, den Umm Salamah und ihre Gefährten vom abessinischen König erhielten, blieb ihre Sehnsucht bestehen, nach Mekka zum Propheten(s.a.s.) zurückzukehren, um so der Quelle der Offenbarung und der Rechtleitung nahe zu sein.

Dann erreichten auf einmal die Muhajirun die Neuigkeit, daß sich die Zahl der Muslime in Mekka vergrößert hätte. Unter diesen waren Hamza ibn Abdulmuttalib und Omar ibn al-Khattab. Ihr Glauben bedeutete für die Gemeinschaft eine große Stärkung und wie sie ebenfalls hörten, hatten die Quraysh in der Verfolgung der Muslime etwas nachgelassen. So entschied eine Gruppe der Muhajirun, getrieben von einer tiefen Sehnsucht in ihren Herzen, nach Mekka zurückzukehren.

Doch die Erleichterung in der Verfolgung war nur kurz gewesen, wie die Heimkehrer bald herausfanden. Der zahlenmäßige Anstieg der Muslime nach dem Beitritt von Hamza und Omar hatte die Quraysh nur noch wilder und zügelloser gemacht. Sie verstärkten ihre Verfolgung und trieben ihre Torturen in nie gekannter Art und Weise auf die Spitze. So erteilte schließlich der Prophet(s.a.s.) seinen Gefährten die Erlaubnis, nach Medina auszuwandern.

Umm Salamah und ihr Mann waren unter den Ersten, die Mekka verließen. Die Hijra Umm Salamah's und die ihres Mannes war jedoch keineswegs so einfach, wie sie es sich vorgestellt hatten. Tatsächlich wurde es für sie eine bittere, schmerzliche und insbesondere für Umm Salamah eine schreckliche Erfahrung.

Laßt uns aber nun Umm Salamah selber ihre Geschichte erzählen: "Als Abu Salamah, mein Mann, sich entschied, Mekka zu verlassen, machte er ein Kamel für mich fertig, setzte mich auf es und legte mein Kind auf meinen Schoß. Dann nahm er die Zügel und ging ohne anzuhalten oder zu warten los. Bevor wir jedoch Mekka verlassen hatten, stoppten uns einige Männer von meiner Sippe und sagten zu ihm:

"Du bist zwar frei das zu tun, was du für dich selber willst, aber du hast keine Macht über deine Frau. Sie ist unsere Tochter. Denkst du, wir würden dir erlauben, sie uns wegzunehmen?" Dann schlugen sie ihn und rissen mich von ihm weg. Der Stamm meines Ehemanns, die Banu Abdulasad, sah wie sie sowohl mich als auch das Kind mitnahmen und wurden sehr wütend. "Nein! Bei Allah," riefen sie erregt, "wir werden den Jungen nicht hergeben. Er ist unser Sohn, und wir haben ein Vorrecht auf ihn." Sie nahmen ihn bei der Hand und zerrten ihn von mir weg.

Plötzlich, innerhalb weniger Augenblicke, fand ich mich selbst alleine und einsam wieder. Mein Mann rettete sich nach Medina und seine Sippe hatte mir meinen Sohn weggenommen. Mein eigener Klan, die Banu Makhzum, überwältigten mich und zwangen mich, bei ihnen zu bleiben. Von diesem Tag an, an dem mein Mann und mein Kind von mir getrennt wurden, ging ich jeden Mittag zum Tal zu der Stelle, wo es passiert war und setzte mich dort hin. Dann erinnerte ich mich wieder an diese schrecklichen Ereignisse und weinte bis es Nacht wurde. So verging etwa ein Jahr, bis eines Tages ein Mann von den Banu Umayyah vorbeikam und mich in meinem Elend sah. Er ging zu meiner Sippe zurück und sagte zu ihnen: "Warum laßt ihr diese arme Frau nicht gehen?" Ihr seid schuld, daß sie ihren Mann und ihren Sohn verloren hat."

Er fuhrt fort, ihre Herzen zu erweichen und ihr Mitleid zu erwecken, bis sie zu mir sagten: "Gehe und bleibe bei deinem Mann, wenn du es willst." Aber wie konnte ich zu meinem Mann nach Medina und meinen Sohn, mein eigen Fleisch und Blut, in Mekka unter den Banu Abdulasad zurücklassen? Würde ich jemals frei von Angst und Seelenqual und meine Augen tränenlos sein, wenn ich zwar das Ziel der Hijra erreichte, aber nichts von meinem kleinen Sohn, zurückgelassen in Mekka, wüßte?

Einige Menschen merkten, wie es um mich stand und ihre Herzen wandten sich mir zu. Sie baten an meiner Stelle die Abdulasad und bewegten sie, mir meinen Sohn zurückzugeben. Keinen Moment länger wollte ich nun in Mekka bleiben, um einen Mitreisenden zu finden, denn ich fürchtete, daß irgend etwas passieren würde, das es verzögern oder mich gar daran hindern würde, meinen Mann wiederzusehen. So bereitete ich schnell mein Kamel vor, nahm meinen Sohn in den Schoß und ritt Richtung Medina. Ich hatte gerade Tan'im (ungefähr 5 km außerhalb Mekkas) erreicht, als ich Uthman ibn Talhah traf. (Er war der Wächter der Kaaba in vorislamischen Zeiten und noch kein Muslim.)

"Wohin gehst du, Bint Zad ar-Rakib?" fragte er. "Ich gehe zu meinem Mann nach Medina." "Begleitet dich denn keiner?" "Nein, bei Allah. Außer Allah und meinem kleinen Jungen hier." "Bei Allah, Ich werde dich nicht verlassen, bis wir Medina erreicht haben," gelobte er.

Er nahm daraufhin die Zügel meines Kamels und führte uns. Ich habe, bei Allah, nie einen Araber getroffen, der großzügiger und edler war als er. Wenn wir einen Ruheplatz erreicht hatten, ließ er mein Kamel niederknien, wartete, bis ich abgestiegen war, führte das Kamel zu einem Baum und fütterte es. Dann ging er unter den Schatten eines anderen Baumes. Wenn wir uns ausgeruht hatten, machte er das Kamel wieder fertig und führte uns weiter. Dies tat er jeden Tag, bis wir Medina erreicht hatten.

Als wir zu einem Dorf nahe Quba (etwa 3 km von Medina entfernt) kamen, das dem Stamm der Banu Amr ibn Awf gehörte, sprach er, "Dein Ehemann ist in diesem Dorf. Betrete es mit den Grüßen Gottes." Er drehte sich um und kehrte nach Mekka zurück."

So begegneten sich ihre Wege nach einer langen Trennung wieder. Umm Salamah war außer sich vor Freude über das Wiedersehen und er war glücklich, sie und seinen Sohn wiederzusehen.

Große und bewegende Momente folgten einer nach dem anderen:

Da gab es die Schlacht von Badr, in der Abu Salamah kämpfte. Die Muslime kehrten siegreich und gestärkt zurück. Dann war da noch die Schlacht von Uhud, in der die Muslime schwer getestet wurden. Abu Salamah kehrte aus ihr schwer verwundet zurück. Zuerst schien es, als würde er gut auf die Behandlung ansprechen, doch seine Wunden heilten nie ganz vollständig und er blieb bettlägerig. Eines Tages, als Umm Salamah ihn pflegte, sagte er zu ihr: "Ich hörte wie der Gesandte Allahs sprach.

Wann auch immer eine Beschwernis einen heimsuchte, würde er sagen: 'Sicherlich kommen wir von Allah und werden zu ihm zurückkehren.' Und er würde beten: 'Oh Herr, gebe mir als Ausgleich etwas Gutes, was nur Du, Allmächtiger, geben kannst.'" Abu Salamah blieb noch einige Tage krank im Bett.

Eines Tages kam der Prophet(s.a.s.), um ihn zu sehen. Der Besuch dauerte länger als gewöhnlich. Während der Prophet(s.a.s.) still an der Seite seines Bettes saß, verschied Abu Salamah. Mit seinen gesegneten Händen schloß der Prophet(s.a.s.) die Augen seines toten Gefährten. Dann erhob er diese Hände zum Himmel und betete: "Oh Herr, gewähre Abu Salamah Deine Vergebung. Erhöhe ihn zu denjenigen, die Dir nahe sind. Gebe seiner Familie ihren Unterhalt zu aller Zeit. Vergebe uns und ihm, Oh Herr der Welten. Weite sein Grab und mache es Licht für ihn." Umm Salamah erinnerte sich an das Gebet, das ihr Ehemann auf seinem Sterbebett vom Propheten(s.a.s.) zitiert hatte und begann, es zu wiederholen, "Oh Herr, Deiner Weisheit überlasse ich diesen Teil meiner Notlage..." aber sie konnte es nicht über das Herz bringen fortzufahren..." Oh Herr, gebe mir etwas Gutes von dieser Sache", weil sie sich immerzu fragen mußte, "Wer könnte schon ein besserer Mann als Abu Salamah sein?" Aber es dauerte nicht lange und sie konnte das Bittgebet vollständig sprechen.

Die Muslime waren sehr traurig durch die Notlage Abu Salamah's. Sie wurde bekannt als "Ayyin al-Arab" - diejenige, die ihren Ehemann verloren hat. Sie hatte keinen aus ihrer Verwandtschaft in Medina außer ihrem kleinen Kind, wie eine Henne ohne Federn. Sowohl die Muhajirun als auch die Ansari fühlten sich Umm Salamah gegenüber verpflichtet. Als sie den Iddah (Drei Monate und zehn Tage der Wartezeit), machte ihr Abu Bakr ein Heiratsangebot, doch sie schlug es aus. Dann hielt Umar (r.a) um ihre Hand an, doch sie lehnte auch dieses Angebot ab.

Dann kam der Prophet(s.a.s.) zu ihr, und sie erwiderte ihm: "Oh Gesandter Allahs, ich habe drei Eigenschaften. Ich bin eine sehr eifersüchtige Frau und ich fürchte, daß du in mir jemanden sehen könntest, der dir Ärger bereitet und der deshalb von Allah bestraft wird. Ich bin außerdem eine Frau, die fortgeschrittenes Alters ist und die eine sehr junge Familie hat."

Der Prophet entgegnete: "Bezüglich der Eifersucht, die du erwähntest, bete ich zu Allah, den Allmächtigen, das es dich verläßt. Und die Altersfrage betreffend, die du erwähntest, bin ich mit demselben Problem konfrontiert wie du. Und in Bezug auf die abhängige Familie, die du erwähntest, ist deine Familie auch die meinige."

So wurden sie getraut und so zeigte es sich, daß Allah die Gebete Umm Salamah's erhört hatte und ihr etwas besseres als Abu Salamah gegeben hatte. Von diesem Tag an war Hind al Makhzumiyah nicht länger nur die Mutter von Salamah allein, sondern die aller Gläubigen - Umm al-Mu'mineen.
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.16 | SMF © 2011, Simple Machines Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS