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Autor Thema: Sa'id ibn Aamir al-Jumahi (r.a)  (Gelesen 2117 mal)
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erdbeer.kiwi
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« am: Januar 09, 2007, 17:56:52 »

Ich möchte das ihr auch an dieser Herz bewegenden Geschichte teilnimmt.

Madad, yâ sultânu l-awliyâ’. Dastûr, yâ sultânu l-anbiyâ’, madad, yâ rijâlallâh, madad.

Sa'id ibn Aamir al-Jumahi war einer von Tausenden, die die Region von Tan'im, an den Rändern Mekka's gelegen, verließen, um der Einladung der Führer der Quraysh zu folgen, der Tötung von Khubayb ibn Adiy beizuwohnen, einer der Gefährten von Muhammad(s.a.s.), den sie heimtückisch gefangen genommen hatten. Mit seiner außergewöhnlichen Jugendlichkeit und Stärke schob sich Sa'id durch die Mengen nach vorne, bis er auf der Höhe der Führer der Quraysh, Männern wie Abu Sufyan ibn Harb und Safwan ibn Umayyah, die die Prozession anführten, war.

Jetzt konnte er den Gefangenen der Quraysh in seinen Ketten sehen, wie er von Frauen und Kindern zu seinem Hinrichtungsplatz geführt wurde. Khubayb's Tod sollte die Rache für die Niederlage der Quraysh bei der Schlacht von Badr sein.

Als der versammelte Mob mit dem Gefangenen den vorgesehenen Ort mit dem Holzkreuz erreicht hatten, nahm Sa'id ibn Aamir einen Platz ein, von dem er alles genau überschauen konnte. Von dort hörte er Khubayb's feste aber leise Stimme unter den Schreien der Frauen und Kinder. "Laßt mich noch zwei Rakaats vor meinem Tod beten, wenn ihr es erlaubt."

Die Quraysh willigten ein.

Sa'id schaute auf Khubayb, wie er sich der Kaaba zuwandte und betete.

Wie wunderschön und wohlgestalten seine beiden Rakaats waren!

Dann sah er, wie Khubayb die Führern der Quraysh fixierte. "Bei Gott, wenn ihr gedacht habt, daß ich aus Angst vor dem Tod danach fragte, beten zu dürfen, dann hätte ich das Gebet nicht wert dieser Schwierigkeiten erachtet.", sagte er. Sa'id sah dann, wie die Leute anfingen, Khubayb's Körper zu zerstückeln, während er noch am Leben war, und ihn dabei noch verspotteten.

"Wünscht du, daß Muhammad jetzt an deiner Stelle wäre, und du wärest frei?"

Er antwortete, blutüberströmt: "Bei Gott, Ich würde es nicht wünschen in meiner Familie in Sicherheit zu sein, während auch nur ein Dorn Muhammad(s.a.s.) verletzten würde." Die Leute schüttelten ihre Fäuste in der Luft und schrien noch lauter. "Tötet ihn, tötet ihn!"

Sa'id beobachtete, wie Khubayb seine Augen zum Himmel über dem Holzkreuz hob. "Zähle sie alle, oh Herr," sagte er. "Vernichte sie und lasse keinen von Ihnen entfliehen." Danach konnte Sa'id nicht mehr die Zahl der Schwerter und Speere zählen, die durch Khubayb's Körper schnitten.

Die Quraysh kehrten nach Mekka zurück und in den ereignisreichen Tagen, die nun folgten, vergaßen sie Khubayb und seinen Tod. Aber in den Gedanken von Sa'id, der langsam ein Mann wurde, war Khubayb nie abwesend. Sa'id sah ihn in seinen Träumen vor sich, wie er seine zwei Rakaat betete, ruhig und zufrieden, vor dem hölzernen Kreuz. Und er hörte noch die Khubayb's Stimme, wie sie für die Bestrafung der Quraysh betete. Und Sa'id fürchtete allmählich, daß ein Blitz aus dem Himmel oder ein anderes Unheil ihn treffen könnte.

So hatte Khubayb durch seinen Tod Sa'id gelehrt, was er zuvor nicht wahrgenommen hatte, - daß wirkliches Leben aus Glaube und Überzeugung und dem Kampf auf dem Weg des Glaubens bestand, selbst nach dem Tod. Er lehrte ihn außerdem, daß ein tief verinnerlichter Glaube Wunder erarbeiten und bewirken kann. Er lehrte ihn dabei noch etwas anderes, - daß ein Mann, der so sehr von seinen Gefährten geliebt wird, nur ein Prophet mit göttlicher Unterstützung sein konnte.

So wurde Sa'id's Herz für den Islam geöffnet. Und eines Tages stand er auf in einer Versammlung der Quraysh und tat kund, daß er von nun an frei von ihren Sünden und Vergehen sei. Er sagte sich von ihren Götzen und ihrem Aberglauben los und erklärte seinen Eintritt in die Religion Gottes. Er emigrierte nach Medina und nahm den Bund mit dem Propheten(s.a.s.). Er nahm an der Seite des Propheten(s.a.s.) Teil an der Schlacht von Khaybar und an späteren Unternehmungen ebenso. Nachdem die Zeit des Propheten(s.a.s.) auf dieser Erde beendet war, setzte Sa'id seinen aktiven Dienst unter den beiden Nachfolgern, Abu Bakr und Omar , fort.

Er lebte das einzigartige und beispielhafte Leben eines Gläubigen, der das Diesseits für das Jenseits aufgegeben hatte. Er verlangte statt nach selbstsüchtigen Wünschen und körperlichen Freuden nur nach der Freude und dem Segen Gottes. Sowohl bei Abu Bakr als auch bei Omar war Sa'id wohlbekannt für seine Ehrlichkeit und Bescheidenheit.

Sie hörten auf das, was er zu sagen hatte, und folgten seinem Rat. So kam Sa'id einmal zu Omar am Anfang seines Kalifats und sagte: " Ich beschwöre dich Gott zu fürchten, wenn du mit Leuten zu tun hast, und Leute nicht zu fürchten, wenn du mit Gott zu tun hast. Laß nicht deine Taten von deinen Worten abweichen, denn die beste Rede ist die, auf die Taten folgen. Denk' auch an diejenigen, die von den Vorgehensweisen der Muslime betroffen sind, ob nah oder fern. Erbitte für sie, was du für dich und deine Familie erbittest und verabscheue für sie was du für dich und deine Familie verabscheust. Überwinde alle Hindernisse auf dem Weg zur Wahrheit und fürchte nicht die Kritik derjenigen, die Sachen kritisieren, die von Gott vorgeschrieben wurden."

"Wer kann sich daran messen, Sa'id?" fragte Omar. "Ein Mann wie du unter denen, die Gott ausgewählt hat über die Angelegenheiten der Ummah von Muhammad(s.a.s.) und der sich allein Gott gegenüber verantwortlich fühlt," antwortete Sa'id. "Sa'id," sagte er, "ich mache dich zum Gouverneur von Homs(in Syrien)."

"Omar," flehte Sa'id, "ich bitte dich bei Gott, laß mich nicht vom rechten Weg abkommen, indem du mich mit weltlichen Angelegenheiten beschäftigst."

Omar wurde ärgerlich und sagte: "Du hast die Verantwortung des Kalifats mir aufgebürdet und nun läßt du mich im Stich."

"Bei Gott, ich werde dich nicht sitzen lassen," erwiderte Sa'id schnell.

Omar ernannte ihn zum Gouverneur von Homs und bot ihm ein Geschenk an. "Was soll ich damit machen, oh Amir al-Mu'mineen?" fragte Sa'id. "Die Besoldung durch das bayt al-mal wird mehr als genug für meine Bedürfnisse sein." So brach er auf nach Homs. Nicht lange danach besuchte ein Delegation von Leuten aus Homs, in die Omar vertraute, Medina. Er bat sie, die Namen der Armen unter ihnen aufzuschreiben, so daß er ihre Not stillen könnte. Sie stellten eine Liste für ihn zusammen, in der der Name von Sa'id ibn Aamir erschien.

"Wer ist dieser Sa'id ibn Aamir?" fragte Omar.

"Unser Amir," antworteten sie. "Euer Amir ist arm?" fragte Omar verwundert. "Ja," bestätigten sie, "bei Gott, mehrere Tage haben wir schon kein Feuer in seinem Haus gesehen." Omar war sehr bewegt und weinte. Er nahm tausend Dinar, tat sie in einen Beutel und sagte, "Überbringt ihm meine Grüße und erzählt ihm, daß der Amir al-Mu'mineen ihm Geld gesandt hat, um ihm zu helfen, auf seine Bedürfnisse zu achten." Die Delegation kam zu Sa'id mit dem Beutel. Doch als er entdeckte, daß der Beutel Geld enthielt, warf er ihn weg und sagte: "Von Gott sind wir und zu ihm werden wir zurückkehren."

Er sagte es so, als sei ihm ein Unglück geschehen. Seine alarmierte Frau eilte zu ihm und fragte, "Was ist los, Sa'id? Ist der Kalif gestorben?." "Etwas noch schlimmeres als das." "Sind die Muslime in einer Schlacht geschlagen worden?" "Noch schlimmer. Die Welt verfolgt mich, um mein Diesseits zu korrumpieren und um Unordnung in meinem Haus zu stiften."

"Dann schaff' es dir vom Hals," sagte sie, nichts von dem Geld ahnend. "Willst du mir dabei helfen?" fragte er.
Sie nickte. Was für eine Frau! Er nahm die Dinare, steckte sie in kleine Beutel und verteilte sie unter den armen Muslimen. Nicht lange danach, kam Omar ibn al-Khattab nach Syrien, um dort nach dem Rechten zu schauen. Als er Homs erreichte, das "Kleines Kufah" genannt wurde, weil sich seine Einwohner, wie in Kufah, viel über ihre Führer beschwerten, fragte er, was sie über ihren Amir dächten. Sie beschwerten sich über ihn und über vier seiner Handlungsweisen, von denen eine ernsthafter als die andere sei.

"Ich werde euch und ihn zusammenbringen," versprach Omar. "Und ich bete zu Gott, daß meine Meinung über ihn keinen Schaden nimmt. Ich hatte immer großes Vertrauen in ihm." Als die Versammlung beisammen war, fragte Omar, welche Beschwerden gegen ihn vorgebracht würden. "Er kommt nur zu uns raus, wenn die Sonne schon hoch ist," sagten sie. "Was hast du darauf zu erwidern, Sa'id?" fragte Omar.

Sa'id war für einen Moment still, dann sagte er, "Bei Gott, ich wollte es wirklich nicht sagen, aber es scheint, es gibt für mich keinen andere Möglichkeit. Meine Familie hat keine Haushaltshilfe, so daß ich jeden Morgen früh aufstehe und den Teig für das Brot zubereite. Dann warte ich eine kleine Weile, bis es aufgeht und backe es für sie. Dann mache ich Wudu und gehe zu den Leuten hinaus." "Was ist eure sonstige Beschwerde?" fragte Omar.

"Er gibt niemandem bei Nacht eine Antwort," sagten sie.

Darauf antwortete Sa'id widerwillig," Bei Gott, das wollte ich wirklich auch nicht bekannt machen, aber ich habe den Tag für sie gelassen und die Nacht für Gott, Allmächtig und Erhaben ist Er." "Und was ist eure nächste Beschwerde über ihn?" fragte Omar. "An einem Tag im Monat kommt er nicht zu uns heraus," sagten sie.

Zu dieser Beschwerde sagte Sa'id, "Ich habe keine Hilfe im Haus, oh Amir al-Mu'mineen und ich habe keine anderen Kleider außer das eine, was ich anhabe. Dieses wasche ich einmal im Monat und warte, bis es trocken ist. Dann komme ich später am Tag zu ihnen heraus." "Noch eine Beschwerde über ihn?" fragte Omar.

"Von Zeit zu Zeit wird er in Versammlungen einfach ohnmächtig," sagten sie.

Darauf erwiderte Sa'id, "Ich war Zeuge bei der Tötung von Khubayb ibn Adiy als ich noch ein Mushrik(Polytheist) war. Ich sah, wie die Quraysh ihn verletzten und zu ihm sagten, "Willst du, daß Muhammad s.a.s an deiner Stelle ist?" worauf Khubayb erwiderte, "Bei Gott, Ich würde es nicht wünschen in meiner Familie in Sicherheit zu sein, wenn auch nur ein Dorn Muhammad(s.a.s.) verletzten würde." Bei Gott, wann immer ich mich an diesen Tag erinnere und wie ich darin versagt habe, ihm zu Hilfe zu kommen, denke ich nur, daß Gott mir nicht vergeben wird, und mir schwinden die Sinne."

Daraufhin sagte Omar, "Preis sei Gott. Mein Eindruck von ihm ist nicht enttäuscht worden." Später sandte er tausend Dinare zu Sa'id, um ihm zu helfen. Als seine Frau diesen hohen Betrag sah, sagte sie, "Lob und Dank sei Gott, Der uns mit solcher Versorgung ausgestattet hat. Kaufe einige Lebensmittel für uns und besorge eine Haushaltshilfe." "Gibt es keinen Weg, es besser auszugeben?" fragte Sa'id. "Laß es uns spenden, an wen auch immer, der zu uns kommt. Indem wir es so Gott anzuvertrauen, würden wir etwas wertvolleres dafür bekommen."

"Das wird in der Tat besser sein," stimmte sie zu. Er verteilte die Dinare in kleine Beutel und sagte zu einem Mitglied seiner Familie, "Bring' dies zu der Witwe von dem und dem, und dies zu den Waisen jener Person, zu den Bedürftigen in dieser und jener Familie und zu den Notleidenden der Familie von dem und dem."

Sa'id ibn Aamir al-Jumahi war in der Tat einer derjenigen Menschen, die sich auch dann noch beschieden, wenn sie selbst durch strenge Armut geplagt waren.
Gespeichert
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