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Autor Thema: Ist die muslimische Frau dem Mann untergeordnet?  (Gelesen 9949 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
seras
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Liebe die Liebe! Hasse den Hass!


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« am: Februar 11, 2007, 23:41:49 »

selam

Sie ist frei, sich Eigentum anzueignen, bisheriges zu verkaufen, zu verschenken, zu investieren usw. Sie braucht dafür nicht die Zustimmung ihres Mannes, vorausgesetzt, dass sie die legale Kapazität hat....
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Seyfullah
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« Antworten #1 am: Februar 12, 2007, 18:13:27 »

Masallah! Leider wissen viele Menschen nichts davon.
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Lob und Preis sei Allah, der einzig aus Sich selbst besteht, wohingegen alle anderen Dinge ihr Sein aus Ihm erhalten.Sie bedürfen Seiner für ihr Entstehen und ihren Bestand. Er hingegen hat nach nichts Bedürfnis.
Sema
Gast
« Antworten #2 am: März 25, 2007, 01:33:40 »

Selamunaleykum

Ich hätte noch einiges zu diesem Thema zu schreiben...

Die Stellung der Frau als Ehefrau
Das wichtigste Ziel der Ehe ist die Liebe und die Barmherzigkeit.
Bei einer Ehe muss die Liebe und die Barmherzigkeit und der gegenseitige Respekt und die Achtung im Mittelpunkt stehen, denn eine Ehe, bei der keine Liebe und Kooperation entsteht, ist zum Scheitern verurteilt.

EHE
Der Prophet (s.a.v.) sagte:“Eine Frau wird aus vier Gründen geheiratet:wegen ihrem Besitz ,ihrer Abstammung, ihrer Schönheit oder ihrer Gläubigkeit. So heirate die gläubige Frau, sonst wirst du der Verlierer sein.“Denn der Mann der seinen Glauben ernst nimmt, muss gut zu seiner Frau sein= Glaube ist die wichtigste Sache in einer Beziehung

-über die gute Behandlung der Ehefrau sagte der Prophet:“Der Beste unter euch ist derjenige, der seine Frau   am besten behandelt“

-Sure Al-Baqarah: … sie sind ein Gewand für euch und ihr seid ein Gewand für sie.
GEWAND: sie bilden Einheit von Körper und Seele -Schutz, Wärme, Schönheit

- man darf nicht zwangsverheiratet werden und muss sich vorher gesehen haben. Khausar bint Khidam erzählte, dass ihr Vater sie verheiratete, als sie eine ältere Frau war und sie lehnte diese Ehe ab. So ging sie zum Propheten (sav) und er erklärte diese Ehe für ungültig. „Eine ältere Frau soll nie verheiratet werden ohne ihre Zustimmung und eine Jungfrau ebenfalls.

- nur wer in der Lage ist sollte heiraten, dass heißt finanziell wie psychisch in der Lage sein für seine Familie aufzukommen

- die Eheschließung kann nur zustande kommen, wenn beide Vertragsparteien ihre Zustimmung abgegeben haben

Mahr/Morgengabe
Fachspezifische Bedeutung: die Verpflichtung des Ehemannes einen Vermögenswert an die Ehefrau aufgrund des Zustandekommens einer Eheschließung auszuhändigen.

Sure Al-Nisa: Und gebt den Frauen ihre Brautgabe als Schenkung.
Die Morgengabe ist ein Recht der Frau, es geht in ihren persönlichen Besitz über,es ist nicht das Eigentum der Eltern oder des Ehemannes.


Plicht der Zufriedenstellung ihrer Bedürfnisse

Bedürfnisse der Frau und der Kinder = Verpflichtung des Mannes

-Zufriedenstellung der Ehefrau: Versorgung; Respekt, Freundlichkeit

-Sie zu beschenken mit Blumen etc.

-Sich Zeit nehmen und die Zeit gemeinsam verbringen


Keinen Zwang und keine Gewalt anwenden


der Mann darf seine Ehefrau in keiner Weise zu etwas zwingen, weder kochen noch den Haushalt zu führen ist eine Pflicht der Ehefrau es sei denn sie macht es selber gerne für ihre Familie

Frauen haben also die Möglichkeit aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen und ihnen müssen auch die von Gott zugestandenen Rechte gewährt werden wie z. B. das Erbrecht, das Eigentumsrecht, etc.

•ein Mann darf nicht länger als 6 Monate hintereinander verreisen und abwesend sein

•er darf keine finanzielle Entscheidung im Namen seiner Frau treffen und sich in ihre Geldangelegenheiten einmischen

•er muss große und wichtige Entscheidungen über den Haushalt die Kinder oder andere Angelegenheiten mit seiner Frau absprechen

•auf Wunsch der Frau durch einen Richter, kann sich auch eine Frau scheiden lassen.(.......)

•Berufsausübung : die Frau kann über ihr selbstverdientes Geld eigenständig und frei verfügen und ist nicht verpflichtet etwas zum Familienunterhalt beizusteuern. Denn gemäß der Aufgabenverteilung in der Familie ist der Mann alleine verpflichtet, für die Familie zu sorgen. Bsp. hadischa r.a.


Wort               Bedeutung       Im Koran erwähnt
Rajul                  Mann                 24 Mal
Maraah (nisa)      Frau                  24 Mal



Das wärs erst einmal, wenn man es sehr grob zusammenfasst und es gibt ja auch die Aspekte Frau als Tochter und als Mutter...Der Islam ist wirklich unfassbar gerecht und auf die Bedürfnisse der Menschen eingehend, man kann es gar nicht in Worte fassen... Unser größter Feind ist die cahiliyya, die Unwissenheit
was bringt das ganze wenn viele muslime so desinformiert sind und ihre eigenen Rechte und Pflichten nicht kennen ?....


Die Beziehung unseres Propheten zu den Frauen

Im Leben unseres Propheten spielte die Frau eine ehrwürdige Rolle. Seine Mutter Amina war eine sehr respektable und keusche Frau.Nach dem Tod seiner Mutter betreute ihn im Kindesalter von 6 Jahren Ummu Aiman, die er „meine Mutter nach meiner Mutter nannte. Seine Stillamme hieß Halima As-Sadya, die Sanftmütige,Glücksbringende. Für seine erste Frau Hadischa war er auch nach ihrem Tod voll des Lobes. Die sahaba-Frauen leisteten einen enormen Beitrag für die Anfänge und Verbreitung des Islam durch den Beistand zum Propheten. Sie pflegten die Verwundeten auf dem Schlachtfeld, sumayya bint-i haiyyat war die erste Märtyrerin des Islam- Mutter der Gläubigen,Hz. Aischa war eine bedeutende Persöhnlichkeit und eine der größten Hadithüberlieferer...

Er (sav) ist das beste Vorbild für alle Muslime, er erklärte ein gutes und zärtliches Verhalten gegenüber den Frauen zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Glaubens und lebte es auch in bester Weise selbst vor. Er war in jeder Hinsicht ein vollkommener Haushaltsvorstand, ein milder Gatte und zärtlicher Vater.Er half seinen Frauen auch bei der Hausarbeit. Er molk die Schafe,fegte das Haus, flickte seine Gewänder und seine Schuhe, fütterte die Kamele und kümmerte sich um die Kinder. Ist das alles nicht ein Ausdruck seiner Milde und Barmherzigkeit???

...
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safosh
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« Antworten #3 am: Dezember 27, 2008, 09:28:38 »

 Grinsend Ja bei uns muslimen denken die männer sie dürfen bestimmen über die frau
und die fraz usr da um haushalt zu machen sich um die kinder zu kümern etc.

Aber es gibt auch einige bücher in denen das steht mit den rechten der frauen !
Ich bin mir nicht sicher aber im kuran steht das doch auch oder ß
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IbnHasan
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« Antworten #4 am: Dezember 29, 2008, 09:09:10 »

"Ist die muslimische Frau dem Mann untergeordnet?"

Ich weiß nicht so recht  Grinsend
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Abbas
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« Antworten #5 am: Dezember 29, 2008, 14:05:17 »

Salam,

das sehe ich anders.

Ich denke die Ehe ist auf dem Prinzip der Schura, also der gegenseitigen Beratung aufgebaut.
Da es ja keinen Zwang geben darf, weder im Glauben noch in anderen Aspekten, wüsste ich nicht wie diese Unterordnung praktisch aussehen sollte.
Ich denke aber, daß der Islam je nach Vorzügen in bestimmten Bereichen den einen Ehepartner mehr Priorität zuweist, und damit seine Aussage schwerwiegendender oder sogar entscheident ist gegenüber dem anderem.
Das gilt dann aber für beide und hängt nicht vom Geschlecht selbst sondern vom jeweiligen "Bereich" ab.

Beispiel:

Schwangerschaft und Geburt, ist definitiv ein Bereich in dem die Frau der "Fachmann" ist und daher mehr "zu sagen" hat als der Mann.

Umgekehrt, kann ich mir vorstellen, daß wenn die Familie auf der Straße bedroht wird, hier der Mann das Ruder in die Hand nehmen muß, da er körperlich eher dazu befähigt ist. (Ich gehe vom Normalfall aus nicht von der Ausnahme).

Sollte die Frau Ärztin sein, so hätte sie in dem Bereich meiner Meinung nach mehr zu sagen als der Mann, das gilt aber auch umgekehrt.

Bei allen Dingen die dazwischen liegen, sollte Beratung und die islamischen Sitten die Grundlage sein.

Somit sehe ich nicht wo der Mann den der Frau übergeordnet wäre...
Zwinkernd

Salam:
Abbas
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La ikrahe fid-Din...!
Es gibt keinen Zwang im Glauben...!
Sema
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« Antworten #6 am: Dezember 29, 2008, 19:25:26 »

Zitat
Ja - die Frau ist dem Mann untergeordnet.

Der Mann ist wenn dann im Bereich der Verantwortung und der materiellen wie spirituellen Pflichten seiner Frau und seiner Familie gegenüber der Frau "übergeordnet", wenn man es denn so bezeichnen möchte. Zwinkernd (so lautet es ja auch in Hadithen)
Wie möchte man diese "Übergeordnetheit" sonst definieren? "Ein Mann ein Wort", der Mann hätte in allen Bereich das letzte Wort und das unumstößliche Sagen, ist geistlich mehr auf dem Damm, hat alle Freiheiten um über das Schicksal anderer zu entscheiden, stets mit der Faust auf den Tisch? Dann lese man sich noch einmal die Sira des Propheten sav durch und die Fiqhregeln diesbezüglich und dann entscheide man.  Smiley
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Adnan
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« Antworten #7 am: Januar 18, 2009, 20:22:31 »

esselamu aleykum, lieber Bruder marifeh und auch selam an alle anderen Besucher dieser Seite!

Bruder, bleib cool! Sabr, Bruder!

Schaumal, ich bin auch gestern auf diesen Board hier gestoßen, und habe kurz mit meiner Frau darüber geredet, dass es mich gewundert hat, dass keiner zu diesen Aussagen von Schwester sema geantwortet hatte.

Heute steht plötzlich Deine lange und energische Reaktion hier.

Schaumal Bruder, diese wenigen beiträge sind innerhalb von knapp zwei Jahren gemacht worden, was heißt, fast keine Beiträge!
Da ist eine Schwester sema, die zunächst nur einige islamische Rechte der Frauen anspricht, wogegen man nichts einzuwenden hat.
Später geht sie weiter und offenbart diesbezüglich ihre persönliche Anschauung, die weder stellvertretend für Lichtstr.de ist, noch die Werke der Risale-i Nur rein und richtig widerspiegelt. Ich mag die meisten Beiträge dieser Schwester Sema, da sie qualitative Beiträge aus der Risale-i Nur macht und genau das ist erwünscht auf dieser Webseite.  Später gibt es nur noch ein zwei Beiträge, die man halbwegs zum Thema aussagend finden kann.

Du sagst: "

Glaubt ihr etwa, ich hätte eine ehrwürdige Madrasah [eine echte Madrasah und nicht so ein Pseudo-Madrasah. Heute ist es so das manche eine kleine Wohnung in dem mal zweimal pro Woche eine Sohbat gehalten wird "Madrasah" nennen] besucht "

und danach zählst du auf, was du so alles gelernt hast über die Rechte der Frauen im Islam.... Toll, dass du das alles weißt, nur keiner hat geglaubt, du wüßtest nichts!
ich nehme dir den Satz über Medressen sehr übel! Ich gehe in eine kleine Wohnung, in der wir mehrmals wöchentlich Risale-i Nur Lesungen machen. Maßt du es dir an, das geringzuschätzen??! Könntest du gar nicht, wenn du nicht das Risale-i Nur Gesamtwerk mit wahrhaftiger Absicht gelesen und verstanden hast!
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Sema
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« Antworten #8 am: Januar 19, 2009, 00:05:50 »

Selamualeykum Bruder Marifah

Zitat
Und bevor ihr mich als "Frauenfeindlich" "Grob" usw. abstempelt will ich euch daran errinern das ihr mich überhaupt nicht kennt.

Schreibts du, und steckst mich doch in irgendwelche Emanzen"verseuchten"-Schubladen obwohl du mich genauso wenig kennst  Smiley
Gut, dann nehme ich meinen letzten Beitrag eben zurück wenn er bei einigen doch so großes Kopfschütteln bereite, aber ich würde bitten genau zu lesen was ich geschrieben habe, auch wenn es mein persönliches Verständnis aus meinem Angelesenen ist:

Zitat
Der Mann ist wenn dann im Bereich der Verantwortung und der materiellen wie spirituellen Pflichten seiner Frau und seiner Familie gegenüber der Frau "übergeordnet", wenn man es denn so bezeichnen möchte.  (so lautet es ja auch in Hadithen)
Wie möchte man diese "Übergeordnetheit" sonst definieren? "Ein Mann ein Wort", der Mann hätte in allen Bereich das letzte Wort und das unumstößliche Sagen, ist geistlich mehr auf dem Damm, hat alle Freiheiten um über das Schicksal anderer zu entscheiden, stets mit der Faust auf den Tisch?
Bist du wirklich der Ansicht, dass dies alles im Sinne der von unserem Propheten sav empfohlenen Charaktereigenschaften ist?

Dieses mit der Verantwortung steht  wie du auch angeführt hast in der Sure An-Nisa:
4, 34: „ Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben./ Die Männer stehen für die Frauen in Verantwortung ein, mit Rücksicht darauf, wie Allah den einen von ihnen mit mehr Vorzügen als den anderen ausgestattet hat, und weils sie von ihrem Vermögen ausgeben. (M. Hofmann)

-Oder: Der Prophet (s) sagte: „Jeder von euch ist ein Hirte und verantwortlich für seine Herde. Der „Amir“ (s.u.) ist ein Hirte und verantwortlich für seine Herde. Und der Mann ist ein Hirte für seine Familie und verantwortlich dafür. Und die Frau ist die Hirtin des Hauses ihres Gatten und ihrer Kinder und verantwortlich dafür.

-Sure Al-Baqara 2, 228: „... Und den Frauen stehen die gleichen Rechte zu wie sie die Männer über sie haben in angemessener Weise...“
Der Prophet (s) sagte: „Die Frau ist gleich dem Mann.“


Ich glaube vielmehr, dass all die Beiträge hier sich mehr oder minder "komplettieren", du kritisierst die eine Extreme, ich und Bruder Abbas die Andere. Die goldene Mitte sind die islamischen Fiqhregelungen und die Auslebung unseres Propheten sav. Es gibt die Richtung, welche dieses Thema mit der tollen Mentalität unseres heutigen westlichen Kulturkreises angeht, alles verweichlicht und nach Gutdünken uminterpretiert- diese meintest du, es gibt aber auch die Muslime, die ihren Glauben als angebliche Quelle ihrer einseitig gerichteten Kult-Weltanschauung nehmen- diese meinte ich.
Vielleicht hast du es auch auf dich gerichtet aufgefasst und deswegen so überreagiert, ich wollte den alleinigen Satz von dir nicht so stehen lassen, denn es gibt immer Menschen, die aus allem Futter für sich rauspiken. Zugegebenerweise habe ich es auch etwas negativ aufgefasst, entschuldige.

Zitat
Fakt ist das heute westlicher und "moderner neo-Feminismus" in den Köpfen vieler Schwestern einsickert ist. In der Realität ist der Feminismus aber gegen die Frauen gerichtet, eine grausame Lüge, in dem ihnen erzählt wird, ihre natürlichen biologischen Instinkte sind "konstruiert" worden um sie zu unterdrücken. Wie kann aber die natürliche Rolle die Allah der Herrliche der Frau gegeben hat etwas schlechtes sein? Es wird ihnen eingeredet die "Karriere" wäre wichtiger als die traditionelle Mutterrolle und die von der Elite kontrollierten Medien verbreiten diese Lügenbotschaft

Wo du Recht hast, hast du Recht. Aber interessant wäre es, sich zu vergegenwärtigen, warum es immer zu solchen Eskalationen kommt. Solches ist nie einseitig gerichtet, es bedarf zweier Schuldiger. Wenn die Stellung des Mannes, die ihm von Allah zugeschrieben worden ist zum Wohle aller, ausgenützt und nicht gesund wahrgenommen wird, eskaliert es auch auf der Frauenseite.
Said Nursi sagt ja auch in einer Abhandlung, dass allein die Unterdrückung und das unislamische Regime der Männer die Frauen zu Zwieträchtigkeit und falscher Einsetzung ihrer ursprünglichen Stärken/istidat führe.

Wie darf man Übergeordnetheit definieren? Gibt es eine Rangliste nach Wert und geistigen Kapazitäten innerhalb der Geschlechter? Nicht das ich wüsste, man unterscheidet sich allein in Allahs Augen je nach Handlung und Gottesdienst, Charakter. Der eine ist dem anderen nicht geistig,ranglich, im religiösen, menschlichen Wert überlegen. Nur weil den Frauen zugesprochen wird, sie seien eher emotional-intelligent, braucht noch lange keine Erziehungsberechtigtenrolle eingenommen werden, es ist ein Geben und Nehmen, man "erzieht", lenkt sich beidseitig.

Auf der Medrese-Angelegenheit möchte ich zwar nicht mit vorgehaltenem Zeigefinger herumpochen, doch man bedenke, dass auch nur drei Personen eine cemaat ausmachen und die Anfänge dieses Hizmets wurden ja auch nicht gerade in Triplexwohnungen gestartet.

vesselam
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Abbas
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« Antworten #9 am: Januar 19, 2009, 04:04:33 »

Salam mein lieber Bruder Marifah (ist das wirklich dein Name?),

mein Name ist jedenfalls Abbas, ich denke unter Geschwistern sollte man sich vorstellen, deshalb tue ich das jetzt mal.
 Smiley

Du beginnst deinen Text mit folgender Bemerkung auf meine Worte "das ich es anders sehen würde, daß die Frau dem Mann untergeordnet ist" schreibst du : "wundert mich gar nicht".

Nun das verstehe ich nicht? Kennen wir uns denn von irgendwo her, daß dich diese Aussage bei "MIR" nicht wundert? Wie habe ich dieses wundert dich gar nicht zu verstehen? Hilf mir da mal bitte weiter, wenn du noch wissen solltest was du damit meintest.
Danke.

Ich möchte jetzt mal den Rest deiner Antworten auf meine und und die anderen Antworten dieser Diskussion durchgehen und das ein oder andere ergänzen:

Du zitierst Sura Nisa, Vers 34 :

"Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben..."

Ein sehr schöner Vers, der übrigens leider auch gerne von Islamfeinden angeführt wird um aufzuzeigen, daß der Islam die Frau unterdrückt, als minderwertig ansieht usw.
Was diese Islamhasser ausser acht lassen, ist die Auslegung und Interpretation dieses Verses.
Wenn du nämlich mal genau nachliest steht dort, daß die Männer den Frauen in dem vorstehen, womit Allah sie vor ihnen ausgezeichnet hat.

Nach Meinung der klassischen Gelehrten sind dies die körperlichen Vorzüge des Mannes, die ihn nicht nur auszeichnen, sondern nach der Scharia regelrecht verpflichten!, seine Frau zu "Beschützen" und zu "Versorgen"!!!
Das heisst, daß die Männer hinsichtlich dieses Aspektes, nämlich ihres körperlichen Vorzuges Verantwortlich sind der Frau gegenüber. Und die Frau hat ihrem Mann gegenüber und Allah gegenüber das Recht dieses auch einzufordern!
Dementsprechend hat hier nicht der Mann "das Sagen", sondern die Pflicht!!!, ob es ihm passt oder nicht, und die Frau das gottgegebene Recht dem der Mann sich beugen muss.

Man sollte sich mit solchen Themen nicht wie unsere westlichen Medien auseinandersetzen und oberflächliche Ableitungen machen, sondern versuchen den Geist der Sache im Kontext zum Leben unseres geliebten Propheten (sas) zu sehen.
Dann bekommen die Dinge meist einen ganz anderen Charakter.

„Im Gesandten Gottes habt ihr doch ein schönes Beispiel , die auf Gott hoffen und sich
auf den jüngsten Tag gefasst machen.“ [Koran 33: 21]

Ich wüsste nicht wo unser Prophet (sas) in seiner Sunna die Frau untergeordnet hat.
Aicha (ra) berichtete über ihn, als man sie fragte, wie er sich den Verhalten hätte wenn er nach Hause kam.
Sie antwortete, daß er immer im Dienst!!! seiner Familie war.
Es gab nichts an Aufgaben im Hause, wobei er sie nicht unterstützt hätte.
Der Prophet als Diener der Frau und Kinder?

Das passt nicht wirklich zum Bild der bedingungslosen Unterordnung, oder?

Das ist übrigens ein Verhalten das wir bei unserem Gesandten (sas) des öftern vorfinden. Als einmal ein Abgesandter einer anderen Nation in die Runde von Sahaba (ra) hineinkommt sucht er vergeblich den Gesandten (sas) unter ihnen zu erkennen. Als er also fragt wer denn der Herrscher dieses Landes wäre, sagt Rasulullah (sas), der gerade dabei war unter den Sahaba (ra) umherzugehen, wie ein Diener und ihnen Getränke einzugießen, daß er es wäre.
Als der Abgesandte dieser fremden Nation sich wundert, wie dieser Mann der Herrscher dieses Landes sein kann, antwortet Rasulullah sinngemäß :“Ein Herrscher ist immer ein Diener seines Volkes!“
Und auch Allah gegenüber war er erst Abd und dann Rasul, Abduhu, wa Rasuluh...

Desweiteren bringst du den Hadith bei dem der Prophet (sas) gesagt hat, daß wenn ein Mensch zu jemanden hätte sich niederwerfen sollen, es die Frau zu ihrem Mann gewesen wäre.

Auch hier sollen wir doch die Frage stellen, was das bedeutet, oder?
Erstens ist es ein Bedingungssatz, das heisst, wenn dies so wäre, wäre jenes so.
Da dies aber nunmal nicht so ist, ist jenes auch nicht so.
Also Fakt ist, daß die Frau keine Niederwerfung gegenüber ihrem Mann machen soll, das kann man auch aus diesem Hadith verstehen.
Aber wir verstehen auch, das die Frau dem Mann zu tiefer Dankbarkeit verpflichtet ist, wenn dieser seine Pflicht hinsichtlich seiner Versorgung und des Schutzes der Familie erfüllt. (Womit hat Allah uns ausgezeichnet?)
Wir können aber aus diesem Hadith nicht versuchen mehr zu machen als er ist.
Ausserdem ist der Mann denn der Frau nicht auch zu tiefer Dankbarkeit verpflichtet?

Was verstehen wir darunter, wenn der Prophet (sas) sagt, das Paradies liegt unter den Füssen der Mütter?
Müsste ich mich dann nicht auch niederwerfen um dort hin zu gelangen? Ist nicht jede Mutter eine Frau?
Und ist nicht jede Frau auch eine potentielle Mutter?
Gilt dies denn nur für deine Mutter oder auch für andere Mütter?
Was ist mit der Mutter deines Kindes, also deiner Frau?
Allah sagt dir durch unseren Gesandten (sas) daß unter ihren Füssen das Paradies liegt.
Was würdest du tun wenn ich sage unter ihren Füssen ist Gold, würdest du dich nicht danach beugen und es ausgraben?
Und wenn nun das Paradies darunter liegt?
Was will Allah dann das du tust?
Sie dir unterordnen?

Du bringst als nächstes den Hadith in dem es sinngemäß heisst, daß die Engel eine Frau verfluchen, die ihren Mann grundlos!!! im Bett meidet, obwohl er ein Bedürfnis nach ihr hat.

Wenn man die Gelehrten zu diesem Thema bemüht, und auch das ist ein klassisches Beispiel eines Verses, der von Islamgegnern angeführt wird und dann falsch ausgelegt, dann hört man ganz andere Dinge als daß was du daraus ableiten möchtest.
Gängige Meinung zum Thema ist, daß die Frau Sexualität nicht als "Waffe/Druckmittel" in der Ehe einsetzen soll, da der Mann hinsichtlich dieses Aspektes schwächer ist.
Ein Punkt der eigentlich jedem vernünftigen Menschen einleuchtet.
Und genauso umgekehrt, ist es dem Mann nicht erlaubt, seine Frau grundlos! sexuell zu vernachlässigen. Dies gilt unter den Fuqhaha als zulässiger Scheidungsgrund zu gunste der Frau und zur Schlud des Mannes.
Nun sagt Allah aber, das verhassteste unter den erlaubten Dingen ist ihm die Scheidung.
Wie wird Allah also denken über einen Mann der seine Frau grundlos sexuell vernachlässigt, so daß sie zu seiner Schuld sich scheiden darf?
Wird er dies dann nicht auch "hassen" ? Wie denken die Engel über einen Mann der die Sexualität seiner Frau grundlos vernachlässigt und dadurch eine Scheidung verursacht, dabei die Schuld auf sich lädt und Allah hasst die Scheidung? Werden sie ihn dann lieb haben, oder werden sie ihn nicht auch hassen/fluchen?
Wenn man wirklich mal mit offenem Herzen und nicht wie bei einem Fussbalspiel nach dem Motto welche Manschaft macht mehr Tore, an solche Hadithe und Verse rangeht, wird man sehr viel Aspekte daraus erkennen können, die man auf den ersten Blick dort nicht gesehen hat.
Man wird dann vorsichtiger werden, wenn man über solche Verse und Hadithe vorschnell Schlüsse ziehen will.

Warum aber wird in diesem Vers die Frau erwähnt und nicht der Mann, wenn dieses Verhalten doch im Endeffekt auf beiden Seiten von Allah verabscheut wird?
Weil die Männer hinsichtlich der Sexualität schwächer sind und dies eher umgekehrt der Fall sein könnte.
Aber nehmen wir an, der Vers will uns sagen, der Mann ist der Frau übergeordnet. Warum befiehlt der Mann dann nicht der Frau oder zwingt sie?
Wieso darf er nicht fluchen, wieso tun es die Engel aber er nicht, wenn er doch "durchgreifen darf"?
Weil er eben nicht übergeordnet ist und deshalb finden wir dieses Verhalten auch nicht bei besten der Menschen, Rasulullah (sas), der nämlich ein Diener seiner Familie war!

(Ich möchte nur kurz anmerken, daß ich mich wirklich sehr sehr kurz fasse zu den genannten Punkten, bei Bedarf kann ich Seitenlange Texte und Quellen zu vielen der Punkte liefern. Als jemand der regelmäßig Moscheeführungen macht, wird man mit diesem Thema täglich konfrontiert.)

Du schreibst als nächtes folgendes:
"Ja - so in etwa. Der Mann hat das letzte Wort. Hat das sagen und die Frau hat zu gehorchen. So wie es der Islam geboten hat. Für die Frau ist es sogar Verboten ohne die Erlaubniss des Mannes auch nur vor die Tür zu gehen."

Mein lieber Bruder mir ist immer noch nicht klar, woran du das genau fest machst?
Ich möchte eine EINDEUTIGE Aussage des Gesandten oder Allahs, die mir das was du da oben schreibst belegt.

Wenn du zu deiner Frau sagst, halte 10 Minuten die Luft an, muss sie das dann machen?
Nein, und warum nicht, weil du nicht das letzte Wort hast, sondern Allah.
Du hast nur in den BEREICHEN das letzte Wort (Quran: "...WOMIT Allah euch ausgezeichnet hat gegenüber ihnen....") wo (in welchem Bereich) Allah es dir zuspricht und zwar aufgrund eines handfesten Beleges und nicht aufgrund irgendwelcher Hadithe, die von Teilbereichen der Ehe oder grundsätzlichem Respekt und Dankbarkeit usw. handeln und dann auch noch oberflächlich ausgelegt werden.
Was ist wenn deine Frau Erdbeermarmelade mag und du willst das sie von nun an nur Kirschmarmelade ist, weil es dir grad so passt, hast du dann das letzte Wort? Warum sollte dies so sein? Weil Rasulullah (sas) auch so war?

Was ist aber nun mit den Bereichen, von denen Allah die Frauen vor den Männern ausgezeichnet hat?
Du wirst wohl zugeben daß es solche gibt oder?
Nach der Argumentation die Allah im Koran verwendet, nämlich die bessere Eignung in einem Bereich, Qualifiziert zur "Führerschaft" in diesem, müssen wir uns doch dann auch unterordnen!

Schau mal auf folgenden Hadith:

"Ibn Umar (r) überliefert, dass er den Gesandten Allahs (s) sagen hörte: "Jeder von euch ist ein Hüter, und verantwortlich für seine Herde. So ist der Herrscher ein Hüter und verantwortlich (für jene, die unter seiner Herrschaft stehen); ebenso ist der Ehemann ein Hüter, hinsichtlich der Familienmitglieder seines Haushalts die Ehefrau ist Hüter bezüglich des Haushalts ihres Mannes und seiner Kinder. Jeder von euch ist also ein Hüter und verantwortlich für seine Herde." (Al-Bukhari und Muslim)
[Riyad us-Salihin Nr. 283]"

Behüten kommt von schützen, bewahren, sorge tragen, sich aufopfern für etwas.
Also der Mann behütet Frau und Kinder, was ja aufgrund seiner Fähigkeit Körperkraft und Stärke gegen Feinde von aussen und für den Nahrungszufluss von aussen steht. Die Frau tut dasselbe von innen, sie hütet den Haushalt ihres Mannes und der Kinder, beschützt versorgt usw. von innen heraus.
Beide sind das, was die Biologie eine Symbiose nennt. Heute würden wir Teamwork sagen. Die Politik würde sagen, der Mann ist Aussen und die Frau ist Innenminister. Genau das bringt der Hadith zum Ausdruck.

Aus den Hadithen und Versen verstehe ich, daß Allah die einen Menschen vor den anderen auszeichnet, mit bestimmten Eigentschaften und Qualifikationen und daß sie dann dadurch als Führer qualifiziert, aber auch verantwortlich sind!
Dies ist dann aber auch von der jeweiligen Person abhängig.

Es gibt Eigentschaften die die Geschlechter natürlich grundsätzlich voreinander unterscheiden und damit eine Grundsatzqualifikation in gewissen BEREICHEN mit sich bringt, aber daraus eine Alleinherrschaftsanspruch ableiten zu wollen ist nicht möglich und ganz entgegen dem islamischen Prinzip und dem lebenden Vorbild des Gesandten (sas).

Man fragte den Gesandten (sas) einmal, wer die besten Menschen wären und er antwortete, es wäre die mit dem besten Charakter. Als man ihn dann fragte wer die mit dem besten Charakter wären, antwortete er, es wäre diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln würden. Er sagte nicht, diejenigen die ihre Frauen unterordnen.

Schauen wir einmal was unser Prophet (sas) warnend in der Abschiedspredigt sagte, die man eigentlich als Zukunftsvision aller Probleme der künftigen islamischen Welt betrachten kann :

"...O Ihr Leute, Allah sagt: "O ihr Menschen, wahrlich wir haben euch geschaffen von einem männlichen und einem weiblichen und haben euch zu Völkerschaften und zu Stämmen gemacht, so daß ihr einander kennt. Wahrlich, der edelste unter euch vor Allah ist der Gottesfürchtige unter euch" (49/13)
Ein Araber ist nicht vorzüglicher als ein Nichtaraber, noch ein Nichtaraber vorzüglicher als ein Araber; Ein Schwarzer ist nicht vorzüglicher als ein Weißer, noch ein Weißer als ein Schwarzer, außer durch Frömmigkeit!
...
Hört auf meinen Rat und behandelt die Frauen gut, denn sie sind an euch gebunden und  brauchen euch. Allah hat sie euch ja anvertraut, und mit ihnen zu verkehren wurde euch durch die Worte Allahs erlaubt. Begreift also meine Worte, o ihr Menschen, denn ich habe es euch bereits verkündet.

Ihr habt gewisse Rechte gegenüber euren Frauen, und eure Frauen haben gewisse Rechte euch gegenüber. Euer Recht ihnen gegenüber ist, dass sie niemandem erlauben, auf eurem Lager zu sitzen und niemanden eure Häuser betreten lassen, den ihr nicht mögt. Und ihr Recht euch gegenüber ist, dass ihr sie mit Bekleidung und Speise gut versorgt.

Und ich habe euch etwas hinterlassen, wodurch ihr niemals mehr fehlgehen werdet, so ihr daran festhaltet: das Buch Allahs und die Sunna Seines Propheten."

Diese Predigt ist wirklich sehr interessant für unser Thema.
Zunächst betont Rassulllah, unsere Erschaffung aus einem männlichen und weiblichen Wesen um danach die Gleichwertigkeit der Menschen jeglicher Farbe, Abstammung usw zu betonen.
Später geht er dann auf die Ehe näher ein und zwar spricht er hier eher die Männer an, wohl wissend, wo in späterer Zeit das Problem liegen wird.
Da der Mann körperlich überlegen ist und die Frauen ihm daher ausgeliefert, betont Allah die Verantwortung, die dem Mann dahingehend obliegt!
Dann wird er noch konkreter und definiert die Rechte auf BEIDEN SEITEN (also wer wo was zu "SAGEN HAT"):

"Ihr habt gewisse Rechte gegenüber euren Frauen (aha!, da hast du was zu sagen!), und eure Frauen haben gewisse Rechte euch gegenüber(aha!, da hat sie was zu sagen!). Euer Recht ihnen gegenüber ist, dass sie niemandem erlauben, auf eurem Lager zu sitzen und niemanden eure Häuser betreten lassen, den ihr nicht mögt. Und ihr Recht euch gegenüber ist, dass ihr sie mit Bekleidung und Speise gut versorgt.

Ich denke klarer kann man das nicht auf den Punkt bringen. Wo man sich jetzt hier noch eine Vormachtsstellung und Alleinherrschaft ableiten möchte, erschliesst sich mir beim besten willen nicht.
(Wenn man dies doch irgendwie herleiten will, dann möchte ich bitte ganz konkrete belege und Fälle haben.)

Fazit:

Aus den Koran und dem konkreten Vorbild des Gesandten Allahs (Sunna), verstehe ich die Ehe als ein Konzept der Gegenseitigen Hilfeleistung und Unterstützung mit Ziel und im Dienste der Anbetung und Verehrung Allahs als Lebensmittelpunkt.
Der Weg dorthin ist eine Aufgabenteilung je nach Qualifikation und Eignung in bestimmten Bereichen in denen "... Allah die einen von euch vor den anderen ausgezeichnet hat." Allah definiert diese Auszeichnungen wenn sie geschlechterspezifisch sind in entsprechenden Versen SELBER (und nicht wir) und sie sind jeweils als Einzelfälle zu betrachten (falls er si nicht selbst verallgemeinert), detailiert zu belegen und hinsichtlich ihrer ganz spezifischen Aussage auszulegen und nicht als Parole. Darüber hinaus gilt die individuelle Eignung und Qualifikation, wie sie auch bei der Wahl eines Amires berücksichtigt wird und zwar unabhängig vom Geschlecht. Darüber hinaus gilt das Prinzip der Beratung und der Schura.
Anders kann eine harmonische ehe gar nicht funktionieren, und heisst es nicht sinngemäß im Koran:

"... und er hat Liebe und Barmherzigkeit zwischen euch gelegt. Hierin liegen wahrlich Zeichen für ein Volk, das nachdenkt.“....", " sie sind euch ein Gewandt und ihr ihnen..." usw.

Vielleicht noch mal ein einschub zu dem was du weiter oben geschrieben hast:

„Für die Frau ist es sogar Verboten ohne die Erlaubniss des Mannes auch nur vor die Tür zu gehen."

Nehmen wir mal an das wäre so und würde jetzt gelten, ohne Beleg und ohne die Bedingungen dafür zu erklären. So einfach mal aus heiterem Himmel.
Heisst das dann der Mann hat immer das sagen? Kann man das daraus eindeutig ableiten?
Wenn ja dann schau mal hier:

Es ist ja bekannt, daß Rasulullah (sas) Männern verboten am Djihad teilzunehmen, wenn sie noch Verwandte hatten, die auf sie angewiesen und unversorgt geblieben wären.
Desweiteren gibt es Fatwas (anerkannter Gelehrter ) die besagen, daß wenn ein Mann eine Reise antritt, er die Erlaubnis seiner Frau einholen muss, da sie druch die Gefahren der Resie eventuell betroffen ist, hinsichtlich der Versorgung der Familie wenn ihm etwas zustösst, die spirituelle Gefahr die die Familie geistig aber auch körperlich ohne Schutz durch den Mann ausgesetzt ist. (zuletzt hat sich der Gelehrte Qaradawi dafür stark gemacht)

Also die Frau darf ohne denn Mann zu fragen nicht vor die Tür sagst du und die Gelehrten sagen der Mann darf ohne die Frau zu fragen auch nicht viel weiter.
Was sollen wir nun daraus ableiten?
 Zwinkernd

Du schreibst des weiteren:

„Ich weiß das in der Führung des Hauses und Versorgung muss er sich mit seiner Gattin beraten und bei ihr um Rat fragen und bei anderen großen Angelegenheiten sie mit einbeziehen. Ich weiß das der beste von uns ist der jenige der gut zu seiner Frau ist. Ich weiß dass er seiner Frau gegenüber nett sein soll. Ich weiß er muss mit ihr weich und lieb reden, Freundschaftlich verkehren und süße Worte sagen. Ich weiß wenn er in das Haus hinein kommt, muss er seine Frau grüßen und sich um ihr befinden erkundigen. Ich weiß wenn er sie alleine und fröhlich sieht, muss er ihre Haare streicheln und süße Worte sagen, sie küssen und umarmen. Ich weiß wenn er sie alleine und traurig sieht, muss er ihr sagen, dass er sie sehr liebt. Er muss ihr Herz mit Anteilnahme erobern und nett mit ihr reden. Ich weiß er muss in der Erziehung der Kinder seiner Gattin helfen. Denn das Kind fleht Tag und Nacht die Mutter an und lässt ihr keine Ruhe. Wer ihr hilft, dem hilft Allah. Ich weiß er muss seiner Gattin die gleiche Kleidung, also Kleidung im gleichen Wert besorgen, wie er für sich welche besorgt. Ich weiß er muss ihr das zu Essen geben, was er auch isst. Wenn er es kann, muss er die Versorgung weiträumig halten. Er muss die Versorgung, ihre Kleidung und all dies für sich selbst als Pflicht sehen. Ich weiß er darf seine Frau nie schlagen und wegen Fehler der Weltlichen Angelegenheiten nicht auf sie schimpfen bzw. fluchen. Ich weiß er muss mit seiner Gattin so umgehen, dass sie davon überzeugt ist, dass ihr Mann sie mehr liebt als alle andere Menschen. Er muss die Fehler seiner Gattin, die keine Sünden sind, ignorieren und so tun, als hätte er sie nicht gesehen. Ich weiß er muss mit seiner Gattin spaßen und scherzen, spiele mit ihr Spielen ohne in die Gestalt einer Frau zu gehen. Denn auch unser Sayyid-i Qainat  hat mit seinen Frauen gespielt und war der eleganteste Mensch zu ihnen.

Man muss fähig sein das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Maschaallah, soviel wäre mir jetzt nicht eingefallen!
 Smiley
Das ist es ja, was ich auch meine, all dies sind Pflichten des Mannes, so wie die Frau ebenfalls solche Pflichetn hat, usw. Allah REGELT die Ehe, indem ER beiden Seiten AUFGABEN und RECHTE zuteilt.
Dazwischen ist Schura und Barmherzigkeit, sowie Qualifikation und Verantwortung.

Deiner Kritik:

„Es wird ihnen eingeredet die "Karriere" wäre wichtiger als die traditionelle Mutterrolle.“

Möchte ich zustimmen. Männer und Frauen werden leider durch konstruierte gesellschaftliche Zwänge immer mehr in Rollen gedrängt, die sie in einen Wettbewerb gegeneinander treten lassen. Auf der Strecke bleiben am Ende oft beide und vor allem die Kinder...
(Da dies aber ein Thema für sich ist, möchte ich da jetzt nicht weiter drauf eingehen.)


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Abbas
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« Antworten #10 am: Januar 19, 2009, 04:04:52 »

Das hat jetzt mit dem eigentlichen Thema nicht mehr zu tun, aber eine Bemerkung kann ich mir trotzdem nicht dazu verkneifen. Du sagst:

„eine echte Madrasah und nicht so ein Pseudo-Madrasah. Heute ist es so das manche eine kleine Wohnung in dem mal zweimal pro Woche eine Sohbat gehalten wird "Madrasah" nennen.“

Mag sein, das es solche Pseudomedressen gibt, aber ich denke wir können dies nicht an der Größe des Ortes festmachen oder?
Es gibt ganze Islamwissenschaftsstudiengänge, Fakultäten und hochdekorierte Islamwissenschaftler, von denen ich nichts halte, obwohl sie nach aussen sehr groß erscheinen...
Umgekehrt, hat der Unterricht unseres geliebten Propheten Muhammad(sas) die ersten Jahre nicht in solchen kleinen Räumen mit wenigen aber sehr aufrichtigen Menschen stattgefunden?
Wieviele Propheten und große Gelehrte haben oft in sehr kleiner Runde gesessen mit ein paar wenigen Anhängern?
(Ich denke das hast du aber auch nicht so gemeint...)

Zum Abschluss noch ein zwei Verse und Aussagen zum Thema:

„Und die gläubigen Männer und Frauen sind untereinander Freunde.
Sie gebieten, was recht ist und verbieten, was verwerflich ist, verrichten das Gebet, geben die Almosensteuer und gehorchen Gott und seinem Gesandten. Ihrer wird sich Gott (dereinst) erbarmen.Gott ist mächtig und weise.“[Koran 9: 71]

„Ihr gehört (als Gläubige) zueinander“[Koran 4: 25]

Und der Gesandte Gottes - Gott segne ihn und schenke ihm Heil - sagte:
 „Die Frauen sind die Zwillingshälften der Männer“.

Der islamische Gelehrte Abd al-Azim al-Mut'ani, Professor an der
al-Azhar-Universität, erklärt: "Uns wurde die Beratschlagung [al-shura] in
allen Angelegenheiten unseres Lebens befohlen, dem Vorbild des Propheten -
Gott segne ihn und schenke ihm Heil - folgend, zu dem Gott sprach:
„Und ratschlage (Schura) mit ihnen über die Angelegenheit!“ [Koran 3: 159].

Er (Allah) charakterisierte die Beziehung unter den Gläubigen mit den Worten des Erhabenen:
 „die sich untereinander beraten“ [Koran 42: 38]
und verpflichtet die Eheleute in allen Angelegenheiten des Lebens zur Beratung untereinander, ja sogar bei der Brust- Entwöhnung der Kinder, denn der Erhabene sagte:
„Und wenn die beiden (d.h. Vater und Mutter) nach gegenseitiger Übereinkunft
und Beratung (das Kind vor der angegebenen Zeit) entwöhnen wollen, ist es
keine Sünde für sie (dies zu tun).“ [Koran 2: 233]

Eigentlich recht deutlich denke ich, wallahu alam...

Ich hoffe ich habe mir das jetzt nicht alles in meiner „Phantasie ausgehecken.“

Wallahu alam, wassalam:
Abbas
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Sema
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« Antworten #11 am: Januar 19, 2009, 12:40:10 »

Habe dieses heute in einem anderen Islamforum gelesen und wollte es mit euch teilen  Zwinkernd (weil es einen direkten Bezug zu diesem Thema hat)

DIE "GÖTTLICHKEIT" DER FRAU

"Was nun den tieferen Sinn des Wortes 'Wohlgeruch' und seine Stellung nach den Frauen betrifft, so ist dies darin begründet, dass die Frauen die Düfte des Erschaffens an sich tragen "...

(Die Frau) ist eine nach Allahs Ebenbild erfolgte Schöpfung... Die Anschauung Allahs in der Frau ist aber vollkommener und vollständiger (als die im Manne). Aus diesem Grunde liebte der Gesandte Allahs die Frauen, weil nämlich seine Gottesanschauung in ihnen am vollständigsten war. Denn niemals kann man Allah losgelöst von jeder sinnlichen Materie erschauen...

Der (göttliche) Geist ist für den unerkennbar, der seiner Frau oder einem anderen Weibe nur insofern beiwohnt, als es sich um die bloße Sinnenlust handelt, ohne zu wissen, an was für einem Wesen (der vollkommensten irdischen Manifestation Allahs) er sich ergötzt.

Wüsste er, an wem er sich ergötzt, er wäre denn ein vollkommener Mensch... Indem er in dem Wesen (Frau), in das er sich versenkt hat, Allah erschaue, denn tatsächlich verhält es sich ja gar nicht anders als eben so.

nach Muhyiddin Ibn ´Arabi

Quelle:   http://www.osmanische-herberge.de/frauen.html

Ansonsten wurde es von Bruder Abbas hervorragend erläutert, Allah razi olsun

vesselam
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Adnan
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« Antworten #12 am: Januar 19, 2009, 15:50:03 »

Esselamu aleykum, liebe Geschwister!

Also Leute.... wisst Ihr, was ich Schade finde: Schwester Sema schreibt energisch gegen manche Klischees diesbezüglich,
Daraufhin bombardiert Bruder Marifeh aus seinem Arsenal, in dem er "tonnenweise Beweise" abschussbereit gelagert hat in Kriegsmanier, als ob es hier Dschihadgegner gäbe,
und Bruder Abbas, über den ich auch schon persönlich viel gehört habe, falls er der Bruder Abbas aus Berlin ist, ( Bruder, ich würd mich freuen, wenn mich entweder per email kontaktieren oder von Bruder Levent meiine handynr. nehmen und mich per sms anschreiben würdest, damit wir uns näher kennenlernen können -) ) ja, Bruder Abbas nimmt auch eine Gegenposition ein und verteidigt eifrig diese Gegenposition!

Ist ja schön und gut, Symbiose hin, Einigkeit her,.... Einheit hin, Gleichwertigkeit her..... Leute, wie wärs, wenn ich mal versuchedas Ganze hier zu einer Synthese umzuwandeln:

1.) Männer und Frauen sind nicht gleich - Aber als Geschöpfe und Diener Allah`s gleichwertig
2.) Laut Qur`an ist das Kriterium der höheren Stellung bei Allah einzig das Grad der Takwa (Ehrfurcht vor Allah) und nicht das Geschlecht.
3.) Da eben Mann und Frau in ihrer jeweiligen Schöpfungsnatur ungleich sind, werden die Schwerpunkte in der Rollenverteilung der Geschlechter spezifisch je nach Veranlagungen und Stärken vom Geber dieser Veranlagungen, Allah bestimmt. Dadurch entsteht auch Arbeitsteilung. Arbeitsteilung muss koordiniert werden, hierbei sollten die Methoden islamkonform, wie Abbas und Sema und Marifeh beschreiben, sein.
4.) Es wird immer von Pflichten und Verantwortungen gesprochen! Wenn ich verantwortung trage, muss ich auch in diesem Punkt Rechte haben, um diese Pflichten durchzusetzen. Ein Direktor einer Schule hat auch Weisungsrechte. Andererseits wär er der Kasperl in diesem Betrieb.
5.) Der Mann ist das Oberhaupt der Familie, was nicht bedeutet, dass seine Frau seine Sklawin sei!

Ich muss zur Arbeit, selam an alle, Adnan
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Abbas
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« Antworten #13 am: Januar 20, 2009, 02:39:28 »

Salam lieber Bruder Adnan,

ich freue mich über deinen Einsatz uns zu helfen zu einem Konsens zu finden, den letzlich sind wir ja alle keine großen Gelehrten und jeder versucht das Beste aus dem abzuleiten, was er an Quellen kennt und wie er es versteht.
Inschallah bitte ich Allah darum uns zu helfen, dem tieferen Verständnis seiner Warheiten näher zu kommen...

Was deine Zusammenfassung angeht, so würde ich dem wesentlich zustimmen. Der Unterschied zwischen meinem Verständnis und einer eher patriarchalen Auslegung, ist glaube ich in folgendem zu finden:

Ich verstehe Punkt 4 und 5 definiert durch Punkt 3.
Nur so kann ich sie verstehen (im Moment jedenfalls) und daher hat der Mann nicht grundsätzlich das letzte Wort (sondern je nach Lebensbereich, Sachlage und Kompetenz unterschiedlich Er oder Sie), obwohl er gleichzeitig Oberhaupt sein kann.

Die andere Seite der Medaille wäre, zu sagen, daß Punkt 4 rechtfertigt, daß Punkt 5 allgemeingültig ist. Dann hätte der Mann immer das sagen.

Ich neige zu ersterer Auslegung, aber Allahu alam.
Zwinkernd

Danke jedenfalls für deine Bemühungen und natürlich auch an Schwester Sema und Bruder Marifah.
Bei Diskussionen kann es halt auch mal ein bißchen drunter und drüber gehen, solange alle Heil ankommen, passt das dann schon...

@Adnan: Ich glaube ich bin tatsächlich der Bruder Abbas, von dem Bruder Levent erzählt hat.
Ich hoffe nur gutes!
Smiley
Komm uns doch mal hier in Berlin in der Medresse besuchen, hier iss immer was los. Gilt auch für alle anderen natürlich!

Salam:
Abbas
 
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« Antworten #14 am: Januar 20, 2009, 08:04:46 »

Assalamu alaikum lieber Bruder Marifah.de,

(deinen Namen weiss ich ja nun immer noch nicht)
Zwinkernd

Ich habe gerade deinen Text gelesen und dabei das Bedürfnis gehabt, jetzt wieder einen Punkt nach dem anderen durchzugehen, zu argumentieren usw.
Das wäre auch gar kein Problem, denn die Argumente sind nicht unbedingt sehr aussagekräftig, oder nur in eine Richtung weisend.
Es gäbe dann auch genug andere authentische Quellen, die das ganze wieder in ein anderes Licht rücken. Das geht dann denke ich hin un her und führt nicht wirklich weit.
Unser Verständnis vom Islam ist keineswegs nur geprägt durch die Quellen die wir heranziehen, sondern in der Art und Weise welche Quellen wir verwenden, was wir betonen und was wir weglassen, und durch welche Brille wir sie verstehen wollen, kann es zu unterschiedlichen Formen ihrer Auslegung kommen.

Wir wissen beide sehr genau denke ich, daß heutzutage im Prinzip jeder versucht fast alles zu rechtfertigen, durch daß zitieren von Hadithen und Quranversen, die Ausagen von Gelehrten usw. 

Was bringt es nun, wenn ich andere Stellen der selben Gelehrten zitiere, die wieder ein anderes Licht auf die Sache wirft?
Ich habe ja in meinem vorherigen Text genug Beispiele (nicht aus meiner Phantasie ausgeheckt) Smiley sprich Hadithe und Quranverse gebracht, die unkommentiert von Dir ein ganz anderes Licht werfen.
Umgekehrt habe ich versucht zu analysieren ob die von Dir angeführten Belege wirklich eindeutig sind, und auch da lasse ich nicht meiner Phantasie freien Lauf, sondern gehe auf das zurück, was du auch bei anerkannten Gelehrten nachlesen kannst.

Trotz allem aber noch ein zwei Punkte:

Was deine Auslegung des Quran Verses angeht:

Ich kennen den Offenbarungsanlass des Verses sehr gut! Und ich könnte dich Stunden darüber zutexten, denn ich habe wie gesagt täglich mit solchen Themen zu tun. (heute erst wieder 2x als Referent)
Was deine Übersetzung des Verses angeht, so weiss ich nicht, wo du die her hast, das kannst du mir bitte mal in einer autorisierten oder zumindest von Muslimen anerkannten Übersetzung BELEGEN!!! (und bitte mein Bruder mach mir nicht selbst den Übersetzer, denn du legst doch soviel Wert darauf, daß wir nichts selber ausdeuten oder?)
Nun da du aber danach fragtest, wo ich meine Übersetzung den her habe, habe mich mal bemüht, für dich ein paar annerkannte Übersetzungen zu finden. Dabei ist so ziemlich alles bekannte was der deutsche Markt zu bieten hat:

"Die Männer stehen den Frauen in VERANTWORTUNG vor..." (Muhammad Rassoul, Quelle: Islam.de)
"Die Männer stehen in VERANTWORTUNG für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat..."
(König Fahd Komplex, Saudi Arabien)
"Die Männer stehen den Frauen in VERANTWORTUNG vor..." (Rudi Paret)
"Die Männer stehen für die Frauen in VERANTWORTUNG ein, mit Rücksicht darauf wie Allah den einen von ihnen mit mehr Vorzügen als den anderen ausgestattet hat..." (Max Henning, Kommentiert von Murat Hofmann)
"Die Männer sind BESCHÜTZER der Frauen, weil Gott den männlichen Teil von ihnen durch Zuwachs von Körperkraft über den weiblichen Teil hervorgehoben hat..." (Sadr-ud-Din)
"Die Ehemänner tragen VERANTWORTUNG den Ehefrauen gegenüber wegen dem, womit ALLAH die einen vor den anderen ausgezeichnet hat..." (Amir Zaidan)
Hier ist zum Beispiel mal die der Al Azhar Universität (ich denke du kennst die? Sind sie für dich anerkannt, oder hecke ich da wieder etwas aus?):
"4:34 Die Männer haben in voller VERANTWORTUNG für die Frauen aufzukommen..."
Sie übersetzen also dieses Wort, daß man im KONTEXT!!! des gesammten Satzes übertragen muss, mit "Verantwortung". Ich glaube ich hatte das schon mehrmals ausgeführt.

Sowas mein Bruder nennen die Gelehrten dann übrigens Idjma, also den Konsens der Gelehrten, die hier zumindest im deutschen sehr Einheitlich die VERANTWORTUNG des Mannes hinsichtlich DESSEN worin Allah ihn ausgezeichnet hat, als Übersetzung der Bedeutung des Wortes auswählen.
Ich frage mich warum sie nicht auf deine Interpretation (Übersetzung)  zurückgegriffen haben???
(Vielleicht weil es die Bedeutung entstellt? Vielleicht weil man dann darunter etwas versteht, was der Kontext an dieser Stelle aber gar nicht so sagen will?)

Ich frage mich wie du zu einer ganz anderen Übersetzung kommst?

Worte werden im Koran nicht immer wörtlich verstanden, sondern hinsichtlich ihrer Bedetung im Kontext verstanden.

Wenn ich zum Beispiel schreibe "ich gebe ihm eins auf die Rübe", dann ist damit nicht Rübe gemeint, auch wenn da Rübe steht...
Zwinkernd

Zu dem obigen Vers kommentiert Murad Hofmann (ich denke du kennst ihn? Er ist vielleicht selber kein Gelehrter, dürfte aber weitaus mehr Gelehrtenmeinungen kennen, als wir beide zusammen. Er hat 17 Bücher auf deutsch zum Thema Islam verfasst, darunter die überarbeitete Fassung von Max Henning, die hier in Deutschland eines der qualitativsten Standartkoranübersetzungen, noch dazu aus muslimischer Hand, darstellt):

"VERANTWORTUNG" im übertragenem Sinne im arabischen "Kawwam"

"Der Mann hat diese Aufgabe, wenn- und solange -er der Frau Schutz gewähren kann, aufgrund seiner vermuteten physischen und psychischen Besonderheit und finanziellen Leistungsfähigkeit. Ein genereller Vorrang des Mannes ist daraus NICHT abzuleiten."

Du schreibst: "Das zeigt das der Mann über die Frau die VOLLE Verantwortung hat" und hier gehst du zu weit! (Das mag der Haupt Unterschied zwischen unser beidem Verständnis sein.)
Das leitest du aus diesem Vers ab? Nun schau doch noch einmal in die obigen Übersetzungen und sag mir ob dort steht VOLLE Verantwortung, oder ob dort steht, Verantwortung in dem worin Allah ihn vor der Frau ausgezeichnet hat? (Also in einem klar definierten Bereich!)

Dann geht es weiter bei dir:
"Das zeigt das der Mann über die Frau die volle Verantwortung hat - genauso wie Walis und Amirs"
Mein Bruder, Walis und Amire haben NIE die volle Verantwortung über einen Menschen!!!
Sondern nur in dem AMT in dem sie gewählt wurden. Also in einem klar definierten Bereich. Selbst der Gesandte Gottes (sas) hat diesen Anspruch nicht gehabt. Er hat oft gesagt, daß die Sahaba hinsichtlich den Dingen in denen sie mehr Kenntnisse hatte als er (natürlich nicht hinsichtlich seines Prophetentums!) dem folgen sollen, was sie selber als richtig erachten und nicht auf ihn hören müssen.

Dann schreibst du: "Das Befehlen, das Verbieten und das Strafen steht den Mann zu. Gelichzeitig aber hat er die Plicht sie zu schützen und zu erziehen. Das bedeutet aber nicht das er das Recht hat sie zu misshandeln - zu erniedrigen und sie als minderwärtig anzusehen."

Mein lieber Bruder, den Satz beginnst du mit dem Wort "Befehlen"...
Ich will jetzt mal nicht tiefenpsychologisch auslegen, was daß aussagen könnte, aber meinst du nicht daß "befehlen" kein schönes Wort für eine Ehe ist?
Ich möchte meine Ehe nicht führen in dem ich meine Frau befehlen, verbieten und strafen muss, natürlich wie du anführst ohne sie dabei zu erniedrigen und sie als minderwertig anzusehen.
Aber ist diese rangehensweise an sich nicht schon sehr schwierig?
Steckt in dieser Art der Auslegung dieses Verses nicht schon eine Reduzierung dessen was Allah da als Verantwortung beschreibt, wenn man es dann als befehlen, verbieten und bestrafen versteht?
In einer Beziehung von zwei Menschen, die Allah als vor ihm gleichwertig beschreibt, und von der er sagt, daß er zwischen sie Liebe und Barmherzigkeit gesetzt hat, einem Wesen, von dem Allah sagt, daß unter ihren Füßen das Paradies zu finden ist, und dem Rasulullah als jemand gegenübertrat, dem er "gedient" hat, da machen wir aus Verantwortung und Schutz: Schlagen, verbieten und bestrafen?
Wallahu alam.
Das kann ich nicht sehen.
(Auch wenn ich weiss, daß du es persönlich gar nicht so hart meinst, wie du es vielleicht manchmal vormulierst, denke ich trotzdem, daß man in dem Bereich nicht vorsichtig genug sein kann. Denn viele Menschen die vielleicht nicht soviel wissen haben wie du, hören deine Worte und verstehn dann vielleicht etwas anderes daraus?) 

Und vielleicht nochmal etwas zum Thema Amir, was du als Übersetzung mit vorschlägst:
Ich hatte des öfteren das Vergnügen irgendwo Amir sein zu müssen, unter anderem bei der Hajj usw.
Amir bist du in dem Bereich in dem du qualifiziert bist. Nicht in jedem Bereich. Ich konnte also bei der Hajj meinen "Schäfchen" sagen: wir nehmen den Bus dort, gehen hier entlang usw. (als Amir musste ich übrigens der DIENER meiner anvertrauten Leute sein, so wie Rasulullah (sas) im Dienst seiner Familie war laut Aicha (ra))
Ich konnte ihnen nicht sagen was sie Essen oder trinken sollen, was sie in ihrer Freizeit machen, was sie einkaufen sollen usw. Ich hatte also definitiv nicht immer das sagen, und das ist auch ganz gut so. (Denn so macht man Menschen unselbstständig!!! Das eist eins großes Problem der Frauen in der islamischen Welt unserer Zeit, daß von Männer und patriarchalischen Auslagungsweisen produziert wurden.)
Wenn es einen Arzt in meiner Gruppe gab, dann war er durch seine Qualifikation gleichzeitig mein Amir und ich im selben Moment seiner!!!
Ich war es, wenn es um Organisation der Reise ging und er wenn meine "Organisation" die Gesundheit der anderen gefärdete.
Dann stand sein Wort über meinem obwohl ich sein Amir bin!!!
Das nennt man dann Aufgabenteilung oder Beratung.
Nun sagen wir mal, du gehst mit deiner Familie spazieren als Amir und deine Frau ist Ärztin und sagt wir gehen früher Heim, denn sonst wird das Kind krank und du sagst nein, wessen Wort wiegt dann schwerer?
Gilt dann dein Wort oder ihres?

Und deshalb bringt es absolut nichts, wenn man hundert Hadithe und Gelehrtenmeinungen anführt, die aussagen daß der Mann Hirte oder Amir ist.
Darum geht es hier doch gar nicht. Ich habe selber einen solchen Hadith angeführt.
Es geht darum was DU unter diesem Begriff VERSTEHST. Dort liegt doch das Problem. Für dich heisst es anscheinend, das du in ALLEM das sagen hast und das halte ich für falsch, auch wenn uns Männern lieber nach der John Wayne Nummer wäre.
Unser Prophet (sas) war aber nicht John Wayne und wir sind es auch nicht.

Wenn du das Konzept der Ehe verstehen und begreifen willst, was Amir oder Hirte oder Verantwortlich sein in der Ehe für den Mann bedeutet, dann musst du ALLES betrachten.
Du musst ein Gesamtbild malen und dabei nicht vergessen, wie unser Prophet(sas) mit seinen Frauen umgegangen ist.
(Ich weiss, daß du das weisst.)

Hier geht es nicht um meine persönliche oder deine persönliche Meinung mein Bruder.
Du kannst dich nicht darauf ausruhen, daß du eine Handvoll Belege bringst und dann sagen, du sprichst nicht aus dir selbst, du sprichst im Namen der Gelehrten (das behauptet doch heutzutage jeder, oder?) und ich bringe dir ein dutzend Belege aus Quran und Hadith und du sagst ich deute sie selber aus wie es mir gefällt? So einfach geht das nicht.

Wie dem auch sei, Allah soll uns allen helfen der Warheit näher zu kommen und unsere Sünden vergeben!!!

Ich denke Bruder Adnan hat geschafft, womit wir beide uns schwer getan haben, mit wenigen Worte seinen Standpunkt recht klar herauszustellen.
Ich schließe mich seinem Verständnis an unter den von mir angeführten Einschränkungen. (In meinem vorherigen Textbeitrages.)
Ich verpflichte übrigens niemandem mein Verständnis (das auch falsch sein kann) als Maßstab nehmen zu müssen, Allah hat uns allen einen Verstand, ein Gewissen und vor allem auch ein Herz gegeben und wir müssen selber prüfen, was wir aus seinen Quellen verstehen können.

Ansonsten bleibt mir nicht mehr zu sagen, als das, was ja Allah selber sagt, daß nämlich die Vielfalt in seiner Gemeinde eine Barmherzigkeit für uns Muslime ist.
Inschaallah ist es auch in unserem Fall so.

(Und weder du noch ich müssen uns auf unseren Platz im Höllenfeuer vorbereiten, hoffe ich!)
Zwinkernd Ich glaube du hast einen leichten Hang zur Dramatik, kann das sein?
Zwinkernd

Salam,
Abbas

P.s: Sollte ich mich das ein oder andere mal im Ton vergriffen oder zu sarkastisch geworden sein bitte ich dies zu entschuldigen.
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