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Autor Thema: umstrittene Verse  (Gelesen 7803 mal)
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« Antworten #15 am: September 09, 2007, 22:58:08 »

Salam Alaikum
ich brauch so schnell wie möglich eine Antwort  Unentschlossen
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« Antworten #16 am: September 16, 2007, 12:03:35 »

bitteeee  Unentschlossen
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Sema
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« Antworten #17 am: September 16, 2007, 17:40:11 »

Selamunaleykum Bruder,

ich würde dir ja gerne eine konkrete Antwort geben aber da ich den genauen geschichtlichen Hintergrund zum Offenbarungsanlass dieser ajah nicht kenne, kann ich es nicht,man kann ja auch keine Spekulation als Begründung geben- es handelt sich hier um eine ajah.
Aber ich will anmerken,dass dieser Vers wieder nicht als eine generelle und alle Zeiten betreffende Aufforderung aufgefasst werden darf, was du sicherlich auch selber weißt. Vielleicht hat es etwas mit dem Hunayn-Krieg zu tun,unser Prophet hatte aber auch viele Schwierigkeiten von Seiten der Juden und Christen zu bewälitigen, insbesondere aber einiger jüdischer Stämme, die versucht haben Zwietracht zwischen den Muslimen zu säen
"Viele von den Leuten der Schrift möchten euch,nachdem ihr gläubig wurdet,wieder ungläubig machen,aus Neid in ihrem Herzen,obwohl ihnen die Wahrheit inzwischen deutlich geworden war....."2:109
...Allah-u-alem sag ich nur,ich weiss es nicht genau.

Aber dieser Vers dürfte dich nicht verwirren denn die Behandlungsvorschriften gegenüber Andersgläubigen und vor allem gegenüber den Leuten der Schrift sind in Qur´an und der Sunna festgelegt und nicht zu missdeuten:

"Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift,es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen,die unrecht handeln. Und sprecht:"Wir glauben an das,was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe" 29:46

Es gibt keinen Zwang im Glauben und nachdem man nicht wegen seinem Glauben bekämpft oder aus seinem Haus vertrieben wurde, gibt es keine akzeptable Begründung nicht gütig und gerecht zu anderen Menschen zu sein (vgl. Vers 60:8 )

Man wird im Islam auch aufgefordert den interreligiösen Dialog zu führen, es gehört zu den Menschenrechten im Islam und ist eher von bindender,verpflichtender Natur.

Um auf den geschichtlichen Aspekt zurückzukommen: die Sahaba,die Muslime haben never ever Andersgläubige gezwungen dem Islam beizutreten (es ist ja auch gar nicht erlaubt)...
Im Falle eines Krieges wurden die Gegner noch einmal aufrichtig zum Islam eingeladen (im erklärten Kriegszustand wo beide Heere sich schon gegenüber standen!) um dann in Frieden den Krieg auflösen zu können,wenn dies verneint wurde,wurde ein Steuerentgeld/cizya verlangt und erst wenn dies abgelehnt wurde,kam es zum Krieg, die von Seiten der Muslime nur im Falle der Verteidigung geführt werden durften.
Auch während der muslimischen Expansion nach Syrien,Persien,Spanien,etc haben die Muslime, ganz im Gegenteil zu den christlichen Kreuzzügen,nie eine Stadt in dem Sinne erobert.
Vielmehr ist hier von einem Feth/ einer Öffnung die Rede:
die unterdrückten Völker hießen die Muslime freudig willkommen und stellten sich unter ihren Schutz und genossen fortan Privilegien, von denen sie früher nur träumen konnten. Sie mussten lediglich einen kleinen Teil an Steurn zahlen welches nachvollziehbar ist (auch wir zahlen dem Vater Staat Steuern für unser eigenes Wohl - mehr oder weniger Smiley) Somit kamen viele Menschen zur hidaya. Cordoba z.B. ist ein gutes Musterbeispiel,welches unter der Herschaft der Muslime aufblühte und durch den interreligiösen Dialog und Austausch der Muslime und Christen seine Blütezeit erlangte.

Also hat dieser Vers auch einen geschichtlich begründbaren Aspekt und es als generelle Vorschrift anzunehmen basiert auf einer riesengroßen Unwissenheit..
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« Antworten #18 am: April 27, 2008, 10:20:10 »

Salam aleykum alle!

Ich habe endlich einen Tafsir zum gesammten Quran im Internet gefunden und er ist wirklich SEHR SEHR GUT!
Hier falls irgendjemand etwas nachschlagen will:

http://www.enfal.de/Tafsirde/Tefsir.htm

Empfehlt es jedem weiter inshaAllah
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Sema
Gast
« Antworten #19 am: Mai 16, 2008, 22:52:13 »

Selamunaleykum

Um zu all diesen "umstrittenen Versen" zurückzukommen: ich bin kürzlich über eine Texstelle in der Risale-i Nur gestolpert, welches dieses "Phänomen" der Missverständnisse ziemlich plausibel und beeindruckend erklärt:

11. Wort:...Dann erklärte Er (Allah) Seinem ehrwürdigen Botschafter (der Prophet s.a.v.) den Sinn des Palastes (Welt,Kosmos) und die Bedeutung seiner Einrichtung und ernannte ihn zu Seinem Lehrer und Sprecher darin. Er sollte den Leuten anhand der Einrichtung des Schlosses den Erbauer nahe bringen, die Dekorationen des Schlosses erklären und seine Allegorien auslegen...und sie lehren...,in welcher Weise sie auf die Vollkommenheit und Meisterschaft des Schlossherrn hindeuten, und die Besucher des Schlosses solcher Art unterweisen und sie über die Besucherordnung und das Zeremoniell der Besichtigung (der Welt) informieren..ihnen den Ablauf der Audienz schildern.
[...]
Es muss diesen Botschafter, den wir hier vor uns sehen und dessen Rede wir gehört haben, geben. Denn gebe es ihn nicht, würden all Seine Pläne zunichte sein. Denn ein Buch, das man nicht versteht, bleibt - ohne Lehrer - nur Papier ohne Sinn....

Also rühren diese Missverständnisse daher, weil entweder nicht an Allah und an Seinen Propheten geglaubt wird oder weil das Leben, die Persönlichkeit und vor allem die Sunna des Propheten nicht ausreichend von uns gekannt werden..Ohne Lehrer und Erklärer ist ein Buch, welches noch so wertvoll und kostbar und voller Weisheiten und Wunder sein kann, ein unverstandenes Buch. Und wir wurden nicht nur informiert und belehrt, alles gesagte wurde von ihm (sav) selbst in bester Weise vorgelebt..
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