Selamunaleykum Bruder,
ich würde dir ja gerne eine konkrete Antwort geben aber da ich den genauen geschichtlichen Hintergrund zum Offenbarungsanlass dieser ajah nicht kenne, kann ich es nicht,man kann ja auch keine Spekulation als Begründung geben- es handelt sich hier um eine ajah.
Aber ich will anmerken,dass dieser Vers wieder nicht als eine generelle und alle Zeiten betreffende Aufforderung aufgefasst werden darf, was du sicherlich auch selber weißt. Vielleicht hat es etwas mit dem Hunayn-Krieg zu tun,unser Prophet hatte aber auch viele Schwierigkeiten von Seiten der Juden und Christen zu bewälitigen, insbesondere aber einiger jüdischer Stämme, die versucht haben Zwietracht zwischen den Muslimen zu säen
"Viele von den Leuten der Schrift möchten euch,nachdem ihr gläubig wurdet,wieder ungläubig machen,aus Neid in ihrem Herzen,obwohl ihnen die Wahrheit inzwischen deutlich geworden war....."2:109
...Allah-u-alem sag ich nur,ich weiss es nicht genau.
Aber dieser Vers dürfte dich nicht verwirren denn die Behandlungsvorschriften gegenüber Andersgläubigen und vor allem gegenüber den Leuten der Schrift sind in Qur´an und der Sunna festgelegt und nicht zu missdeuten:
"Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift,es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen,die unrecht handeln. Und sprecht:"Wir glauben an das,was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe" 29:46
Es gibt keinen Zwang im Glauben und nachdem man nicht wegen seinem Glauben bekämpft oder aus seinem Haus vertrieben wurde, gibt es keine akzeptable Begründung nicht gütig und gerecht zu anderen Menschen zu sein (vgl. Vers 60:8 )
Man wird im Islam auch aufgefordert den interreligiösen Dialog zu führen, es gehört zu den Menschenrechten im Islam und ist eher von bindender,verpflichtender Natur.
Um auf den geschichtlichen Aspekt zurückzukommen: die Sahaba,die Muslime haben never ever Andersgläubige gezwungen dem Islam beizutreten (es ist ja auch gar nicht erlaubt)...
Im Falle eines Krieges wurden die Gegner noch einmal aufrichtig zum Islam eingeladen (im erklärten Kriegszustand wo beide Heere sich schon gegenüber standen!) um dann in Frieden den Krieg auflösen zu können,wenn dies verneint wurde,wurde ein Steuerentgeld/cizya verlangt und erst wenn dies abgelehnt wurde,kam es zum Krieg, die von Seiten der Muslime nur im Falle der Verteidigung geführt werden durften.
Auch während der muslimischen Expansion nach Syrien,Persien,Spanien,etc haben die Muslime, ganz im Gegenteil zu den christlichen Kreuzzügen,nie eine Stadt in dem Sinne erobert.
Vielmehr ist hier von einem Feth/ einer Öffnung die Rede:
die unterdrückten Völker hießen die Muslime freudig willkommen und stellten sich unter ihren Schutz und genossen fortan Privilegien, von denen sie früher nur träumen konnten. Sie mussten lediglich einen kleinen Teil an Steurn zahlen welches nachvollziehbar ist (auch wir zahlen dem Vater Staat Steuern für unser eigenes Wohl - mehr oder weniger

) Somit kamen viele Menschen zur hidaya. Cordoba z.B. ist ein gutes Musterbeispiel,welches unter der Herschaft der Muslime aufblühte und durch den interreligiösen Dialog und Austausch der Muslime und Christen seine Blütezeit erlangte.
Also hat dieser Vers auch einen geschichtlich begründbaren Aspekt und es als generelle Vorschrift anzunehmen basiert auf einer riesengroßen Unwissenheit..