zeynooo
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« Antworten #2 am: Februar 11, 2008, 11:56:33 » |
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meisterdenker manuel kant hatte sogar angst davor, aber ist für muslime ein leicht zu lösendes problem. immer wieder sagen leute: „wir können wegen der vielen übel dieser welt nicht gläubig sein, weil wir nicht glauben können, dass ein barmherziger Gott sie, wenn es ihn gäbe, zulassen würde!" HASA – ist ein ernstes Problem, von dem man sagt, epikurhätte es folgendermaßen formuliert: "entweder will gott die übel beseitigen und kann es nicht, oder er kann es und will es nicht, oder er kann es nicht und will es nicht, oder er kann es und will es. wenn er nun will und nicht kann, so ist er schwach, was auf gott nicht zutrifft. wenn er es kann und nicht will, dann ist er missgünstig, was gott ebenfalls fremd ist. wenn er nicht will und nicht kann, dann ist er sowohl missgünstig wie auch schwach und ist dann auch nicht gott. wenn er aber will und kann, woher kommen dann die übel und warum nimmt er sie nicht weg?" das problem der rechtfertigung eines "guten" gottes angesichts der übel der welt heißt bei theologen usw. und philosophen theodizee, und es ist bemerkenswert, dass der deutsche philosoph immanuel kant eine kleine abhandlung über das misslingen aller philosophischen versuche in der thheodicee verfasst hat. folgendes soll gezeigt werden, dass sich das problem der theodizee ganz einfach auflöst, wenn man es aus muslimischer perspektive heraus betrachtet. insaallah. der entscheidende punkt einer muslimischen sichtweise des problems liegt darin, dass wir unseren blickwinkel nicht auf das diesseits beschränken, sondern über die grenzen der welt hinausgehen und das jenseits mit in den blick nehmen. indem wir das tun, folgen wir dabei der offenbarung, nach der es einen ahiret tag geben wird, an dem die menschen den lohn für ihr leben im diesseits erhalten. und sofern jemand bspw. im diesseits viel gelitten hat, wird er vom barmherzigen Allah am tage des gerichts im jenseits dafür reichlich entlohnt werden. mit anderen worten: alle üvel dieser welt reichen nicht hin, um über die barmherzigkeit gottes zu urteilen; denn nach seinem eigenen zeugnis und den zeugnissen der von ihm gesandten Propheten findet die eigentlich "abrechnung" im jenseits statt. was uns geschickt wird, sind prüfungen oder strafen. Die diesseitigen strafen bewahren uns im sinne einer direkten gewinnausschüttung vor strafe im jenseits. und prüfungen geben uns gelegenheit, endlose belohnungen einzuheimsen. insaallah. es gilt zu verstehen, dass wie die belohnung des guten ein gut ist, die bstrafung des bösen ebenfalls ein gut ist. Sheh abdullah faiz ad-daghistani vom ehrenwerten niksibend, sprach einmal über unbeliebte dinge und beschrieb unsere lage im leben. "niichts läuft so, wie wir es gern hätten, und niemand kann seine bestimmung lenken. wir sind keine führer, sondern werden geführt. dieses leben ist angefüllt mit unbeliebten dingen und mitten einer jeden wohltat kommt so etwas mit wie der kern in der olive. warum wurden diese dinge geschaffen? wir sind in diesem leben wie ein mann, der in stürmische see gefallen ist und mit jeder neuen welle herumgeworfen wird. wie sollen wir uns angesichts dieser wellen verhalten? es gilt: geduld zu üben. Allah der allmächtige sendet diese wellen und erklärt: "ich schuf leben und tod und prüfe eure tugend." sind wir angesichts widriger dinge geduldig, gibt uns Allah unendliche belohnung. wenn du das weißt, könntest du angesichts unbeliebter dinge nicht bloß geduldig sein, sondern in widrigen umständen geradezu vergnügen empfinden, da du denkst: "jetzt sieht gott auf mich, da er mich testet!" um die gewünschte gegend zu erreichen, musst du zuvor die beschwerliche gegend durchqueren. stimmst du dieser bedingung nicht zu, kannst du sie nie erreichen. niemand betritt das paradies, wenn er nicht zuvor die höllenbrücke überquert hat. das ist eine göttliche weisheit. wer vergnügen will, muss allen widerwärtigkeiten gegenüber geduld bewahren. aber wir ignoranten leute fliehen vor unbeliebten dingen und laufen den erwünschten dingen hinterher, ohne sie zu erreichen. das ist der sest Allahs des allmächtigen für seine diener. wir sollten nicht flüchten, sondern haltung bewahren." der deutsche philosoph kant hat etwas ähnliches wie das von sheih abdullah beschriebene im blick, wenn er in der schon erwähnten abhandlung schreibt: "die dritte auflösung des knotens soll diese sein: dass uns gott um einer künftigen glückseligkeit willen, also doch aus güte, in die welt gesetzt habe, dass aber vor jener zu hoffenden überschwenglich großen seligkeit durchaus ein mühe- und trübsalvoller zustand des gegenwärtigen lebens vorhergehen müsse, wo wir eben durch den kampf mit widerwärtigkeiten jener künftigen herrlichkeit würdig werden sollten. – allein, dass diese prüfungszeit (der die meisten unterliegen, und in welcher auch der beste seines lebens nicht froh wird) vor der höchsten weisheit durchaus die bedingung der dereinst von uns zu genießenden freuden sein müsse, und dass es nicht thunlich gewesen, das geschöpf mit jeder epoche seines lebens zufrieden werden zu lassen, kann zwar vorgegeben, aber schlechterdings nicht eingesehen werden, und man kann freilich diesen knoten durch berufung auf die höchste weisheit, die es so gewollt hat, abhauen, aber nicht auflösen: welches doch die theodicee verrichten zu können sich anheischig macht." sachlich-systematisch betrachtet, zeigt sich die kantische position insofern als berechtigt, als die berücksichtigung des jenseits in der philosophie nicht erlaubt sein kann, die ja alles durch eigenes denken herauszufinden beansprucht, offenbarung im reinen denken keinen platz hat. Die philosophischen vertreter der rechtfertigung eines guten gottes angesichts der übel der welt überschreiten mit der berufung auf jenseitiges glück die grenze des philosophischen denkens. kant sagt nicht, dass das Problem der übel der welt mit blick auf einen allmächtigen und barmherzigen gott nicht lösbar sei, sondern nur, dass dieses Problem nicht innerhalb der philosophie zu lösen ist, was sich schon im titel seiner abhandlung über das Misslingen aller philosophischen versuche in der theodicee ausdrückt. wir muslime (hamd) aber stehen nicht unter der beschränkung der philosophie, das muss gesagt werden. und wir pflegen auch nicht bitterkeit, die sich bei kant beispielsweise dort ausdrückt, wo er in obigem izitat in klammern von einer prüfungszeit spricht, "der die meisten unterliegen, und in welcher auch der beste seines Lebens nicht froh wird". muslime pflegen nicht jenen zwanghaften pessimismus vieler christen oder bspw. kants, sondern sind glücklich im diesseits und im jenseits. insallah. sie sind glücklich und stolz, dass wahre könig der welten der welten sie als menschen erschaffen und als kinder Adams (a.s.) – "wir haben die kinder adams geehrt" – der friede sei auf ihm – geehrt hat, dass sie zur nation Ibrahims (a.s,) – der friede sei auf ihm – gehören und zur gemeinde Muhammads – Allah schicke frieden auf ihn und seine leute und segen. muslime sind glücklich, dass er sie in die existenz gebracht hat auf diesem planeten, sie in jeder sekunde ihres lebens darin erhält und sie liebt und nach ihnen sieht. und wir erinnern uns an die antwort, die Musa (a.s.) – friede sei auf ihm – vom herrn der welten auf die frage erhielt, woran wir nämlich erkennen könnten, dass unser Herrscfer mit uns zufrieden sei: "wenn du glücklich bist mit mir, ist das ein zeichen dessen, dass ich zufrieden bin mit dir!" insallah. kant hatte als philosoph die offenbarung außen vor gelassen. als muslim hätte er die lösung seines problems auch insofern leicht finden können, als wir schon im diesseits nicht genau wissen, was für uns letztendlich etwas gutes oder etwas übles ist, da etwas, das uns auf den ersten blick als etwas schlechtes erscheint, sich im nachhinein als ausgesprochener glücksfall erweisen kann. so gibt es im koran die berühmte geschichte, da seyyidina Musa propfheten die erlaubnis bekommt, seyyidina Khidr (a.s.) – eine zeit auf seinem weg zu begleiten, der sachen macht, die moses überhaupt nicht versteht, ja, für die er überhaupt kein verständnis hat. ao geht seyyidine Khidr in ein fischerdorf und hackt in die böden der boote löcher, so dass sie schwimmuntauglich werden, was Moses sehr erbost. diese tat erweist sich für das dorf indes als große wohltat, weil die häscher des herrschers alle boote konfiszieren, derer sie habhaft werden, die funktionsunfähigen boote dieses dorfes aber nicht beschlagnahmen, die deshalb, wieder repariert, dann dessen lebensunterhalt weiterhin sichern. wissen wir aber nicht einmal im diesseits genau, ob etwas schlecht oder nur der vermeintlich schlechte vorbote zu etwas gutem ist, so gilt das, wenn wir das jenseits mit berücksichtigen, nur um so mehr. einst fuhr die heilige Ursula mit hundert jungfrauen den rhein hinunter, als das boot von hunnen überfallen wurde und es zu umständen kam, deretwegen sie heilig wurde. und der zimmermann in Ya Sin konnte sagen: "wenn ihr wüsstet, wo ich jetzt bin!" böse leute hatten ihm mit den worten: "was, du willst auch ins paradies, das kannst du haben!" den schädel eingeschlagen und bewirkt, dass er sofort ins paradies kam. elhamd. das sind beispiele dafür, wie größte brutalitäten, recht besehen, zu quellen größten glücks werden. um es ganz platt zu sagen: epikur und alle, die ihm beifall klatschen, haben die eine, die entscheidende seite der wirklichkeit ganz weggelassen, die ewigkeit nämlich. sie gilt uns als die eigentliche wirklichkeit. wir muuslime glauben, dass, während die welt, in der wir jetzt als endliche wesen leben, begrenzt ist, nach unserem tod eine unendliche welt auf uns wartet. unsere heimat. und diese unendlichkeit tragen wir schon jetzt in uns. es ist das siegel dessen, der uns erschuf und zu dem wir auf der rückreise sind. wir sind nur für eine kurze übergangszeit auf diesem planeten. es ist so wie mit einem reitersmann, der durch eine steppe reitet und im schatten eines baumes eine kurze verschnaufpause einlegt, ohne vom pferd zu steigen, sich nur an den stamm lehnt und ein paarmal kräftig durchatmet, um dann seine reise fortzusetzen. denn wir menschen sind nicht für das diesseits, sondern für die ewigkeit geschaffen. und wir glauben, dass alles, was uns geschieht, für uns das beste ist. epikur würde das glück der heiligen ursula, nicht verstanden haben, weil einer, der nur dem augenblicklichen genuss lebt, dem jenseits gegenüber nur blind sein kann. kant aber ahnte wenigsten seyyidina ayyubs (Hiobs) glück. und der zimmermann in ya sin. das sind unsere vorbilder und nicht irgendwelche "schweinchen aus der herde des epikur", wie man sie genannt hat, die nach dem prinzip antreten: "saufen, fressen, geschlechtlich paktieren, darüber hinaus keine sekunde verlieren".
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