Right Hand
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« Antworten #1 am: April 27, 2008, 10:10:35 » |
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Verhältnis des Islams zu anderen Religionen
Der Islam ist dem Exklusivismus zuzuordnen. Andere Religionen haben keine Heilsbedeutung. Muslime glauben, dass der Islam der einzig richtige und wahre Weg ist. Im Quran steht:
„Und wer eine andere Glaubenslehre sucht als den Islam: nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im zukünftigen Leben soll er unter den Verlierenden sein.“ (Sure 3:85)
Der heilige Quran definierte die Verbindung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in einem Wort; das ist „Gegenseitiges Kennenlernen“
„O ihr Menschen! Wir haben euch aus Mann und Frau (Adam und Eva) erschaffen und haben euch zu Völkern und Stämmen werden lassen, auf dass ihr einander kennenlernt. Wahrlich, vor Gott ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist.....“ (Sure 49:13)
Wegen dieser Notwendigkeit, dass die Menschen, ungeachtet ihrer Verschiedenheit und darüber hinaus, gerade ihretwegen einander kennenlernen, hat der Islam - übrigens als erste von allen Religionen - zu einem unparteiischen Religionsdialog aufgerufen und sagt darüber:
“Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite (d.h. disputiere) mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß besser, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene besser, die der Rechtleitung folgen.“ (Sure 16:125)
Das Urteil über unsere Mitmenschen sollten wir also besser Gott überlassen. Stattdessen sollten wir uns um ein gerechtes und tolerantes Verhalten ihnen gegenüber bemühen. Es geht bei der Religion um unsere Taten, die wir zu verantworten haben. Daher heißt es auch in einer anderen Qur'an Stelle:
"... und mir ist befohlen worden, Gerechtigkeit unter euch zu üben. Gott ist unser Herr und euer Herr. Wir haben unsere Werke und ihr habt eure Werke (zu verantworten)! Es gibt keinen Streitgrund zwischen uns und euch. Gott wird uns zusammenbringen, und zu Ihm führt der Lebensweg." (Sure 42:15)
Damit kommen wir zu der Frage nach der religiösen Toleranz. Sie gehört zu den religiösen Geboten im Islam, denn alle Offenbarungsreligionen gelten nach der islamischen Lehre ursprünglich als göttlich. Daher müssen die Muslime auch sämtliche Propheten Gottes, die seit dem Beginn der Menschheitsgeschichte von Zeit zu Zeit aufgetreten sind, wie z.B. auch Moses (a.s.) und Jesus (a.s.) in gleicher Weise respektieren. Konsequenterweise hat daher der Prophet Muhammad (a.s.) von Anfang an die Sache der Religionstoleranz und Glaubensfreiheit, d.h. einen Religions- und Kulturpluralismus vertreten, wie in der Geschichte nachgelesen werden kann. Ihm folgten die Kalifen, vor allem der Kalif Omar, die großzügige Religionstoleranz des Sultans Salahuddin ist aus der Geschichte wohl bekannt. In einem islamischen Staat hat jeder das Recht seine Religion frei auszuüben.
Jetzt sagt der kath. Religionslehrer aber:
Der muslimische Theologe und Hochschullehrer `Abid ibn Muhammad al-Sufyani an der islamischen Universität Umm al-Qura in Mekka hat gesagt: „was man heute als ‚Dialog der Religionen’ nennt“, ist nicht gestattet, da alle Religionen durch den Islam abrogiert sind. Ein Dialog setzt Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung zwischen den Religionen voraus. Der Islam ist jedoch hochwertiger.
Meine Antwort darauf wäre dann:
Zuerst gilt es zu klären was mit Dialog gemeint ist, denn der Mann bezieht sich darauf „was man HEUTE als Dialog der Religionen nennt“. Was ist damit gemeint? Menschen verstehen Unterschiedliches darunter. Manche erwarten, dass man nicht sagt, dass diese und jede Religion falsch ist. Oft wird eine vorgetäuschte Einigkeit dargeboten, die bei vielen auf Ablehnung stößt, weil sie sich vereinnahmt fühlen. Glauben und Identität sollen nicht vereint werden, denn man fürchtet die Vernebelung des Unterschiedes zwischen Wahrheit und Unwahrheit. Gleichberechtigung der Religionen würde bedeuten, dass alle die Wahrheit sagen oder zumindest zum Heil führen, was aus Sicht des Islams nicht stimmt und ein Muslim auch nicht sagen soll. Der Pluralismus wird klar abgelehnt. Für eine offene Diskussion ist man aber immer offen.
Diese Art von Dialog rettet niemanden. Dies ist keine Politik, sondern Religion. Es geht um Seelenheil. Selbst wenn man sich gegenseitig respektiert und man Dialog hat bietet es uns kein Heil, weil eine Seite recht hat und die andere nicht. Die Einladung zu eigenen Religion bleibt da völlig außen vor. Man soll diskutieren, was die Wahrheit ist und wer die Wahrheit hat. Mann soll die Glaubenslehren untersuchen. Der Quran sagt, dass man die Wahrheit bringen soll, wenn man sie hat.
Neben zahlreichen Hadithen gibt es das Glaubensgespräch des Propheten Muhammed (a.s.) mit den Christen von Nadschaf, das zwar ohne Einigung, aber in gegenseitigem Respekt geführt und beendet wurde und auch im Quran gewürdigt wird.
3:64. Sprich: «O Volk der Schrift (Bibel), kommt herbei zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch: dass wir keinen anbeten denn Allah und dass wir Ihm keinen Nebenbuhler zur Seite stellen und dass nicht die einen unter uns die anderen zu Herren nehmen statt Allah.» Doch wenn sie sich abkehren, dann sprecht: «Bezeugt, dass wir uns (Gott) ergeben haben.»
Gegen einen derartigen Dialog ist nichts auszusetzen, es sei denn man wird ständig angegriffen.
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