Der Begriff „Suunat“ ist die Mehrzahl des Wortes „Se’n“, welches übersetzt Zustand, Fähigkeit, Veranlagung etc. bedeutet. Jedoch kann die Bedeutung des Wortes nicht direkt bzw. wortwörtlich auf die Wahrheiten des Eingottglaubens (ilahi hakikatlere) übertragen werden, da ansonsten der Glaube an Allah durch falsche Vorstellungen in Ketzerei abdriften könnte.
In der Risale’i Nur sind diesbezüglich zwei Erläuterungen zu lesen:
- Erstens: Für Schöpfung (Halikeyet), Herrschaft (Hakimiyet), Barmherzigkeit (Rahmaniyet)…. wird auch „Suunat“ verwendet. Das heißt, dass Allah der Besitzer dieser Attribute ist. All dies sind Eigenschaften, die zu seiner Eigenheit (Allah’in Suunati) gehören.
An dem Beispiel der Schöpfung/ Erschaffung (Halikeyet) kann es folgendermaßen erklärt werden:
Erschaffen (Halk) ist ein Tätigkeitswort für eine bestimmte Handlung. Die schöpferische Durchführung (Halikeyet) wiederum resultiert aus seiner Wesensart (se’n: Einzahl des Wortes „Suunat“).
Führen wir uns jetzt die Hadith
„Allah existiert (seit Ewigkeit) und mit IHM existierte nichts.“( Quelle:Buhari, Megazi, 67, 74; Tirmizi, Menakib, 3946) vor Augen.
Obwohl die Schöpfung nicht existierte, war diese Eigenschaft Allahs bezüglich der schöpferischen Macht schon immer vorhanden. Jedoch erst mit der Erschaffung des Universums konnte dieses göttliche Attribut reflektiert und verstanden werden.
Die Attribute Allahs waren schon immer gegenwärtig. Die Bedeutungen der Eigenschaftsnamen wie der Ernährende (Rezzak), das Lebendige Erschaffende (Muhyi) wie Nehmende (Mumit) etc. wurden für uns durch die Erschaffung der materiellen Welt erkennbar.
- Ein anderer Aspekt des Begriffs „Suunat“ auf den in der Risale’i Nur hingewiesen wird, ist das „geheiligte Empfinden“ und „vollkommene Wohlgefühl“ (lezzet-i mukaddese, sürur-u münezzeh). Das folgende Gleichnis soll als Verständnishilfe begleiten:
Ein König lud seine gesamte Gefolgschaft, welche arm und bedürftig war, auf eine Schiffsreise ein. Während dieser Schiffsfahrt wurden alle Bedürfnisse der Leute befriedigt. Es wird berichtet, dass der König von der Zufriedenheit sowie dem Freudengefühl seiner Gefolgschaft entzückt war und ein Gefühl der Genugtuung empfand.
Im übertragenen Sinn werden die Gefühle des Königs bezogen auf die Wahrheiten des Eingottglaubens bei der Bedürfnisbefriedigung aller Lebewesen im Kosmos als das „geheiligte Empfinden“ und „vollkommene Wohlgefühl“ (lezzet-i mukaddese, sürur-u münezzeh) bezeichnet. Dieses „geheiligte Empfinden“ (lezzet-i mukaddese) erfolgt aus „Seiner Wesensart“, die als „Suunat-i Ilahiye“ gekennzeichnet wird.
Diese Eigenschaften, die als das „geheiligte Empfinden“ und „vollkommene Wohlgefühl“ dargestellt werden, können aber nicht mit menschlichen Kriterien verglichen werden, sondern sind lediglich als Verständnishilfe zu betrachten.
Qur’anverse wie “Allah liebt die, die Gutes tun" (Sure Bakara, 2/195), “Allah liebt die Ungläubigen nicht” (Sure Ali Imran, 3/32), “ Und Allah liebt nicht die Ungerechten.” (Sure Ali Imran, 3/58) unterrichten von der Bedeutung des Begriffes „Suunat-i Ilahiye“.
Quelle aus dem Türkischen: Alaaddin Basar (Prof.Dr.)
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