Lichtstr.de Shop Lichtstr.de Blog
Februar 06, 2012, 01:45:39 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
 
   Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Verstehe nur Bahnhof!  (Gelesen 1461 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
der Suchende
Full Member
***

Karma: 5
Offline Offline

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 134



« am: November 11, 2009, 16:29:35 »

Blitze
17 Blitz

Ist jemand imstande mir die Metaphern in diesem Text auszudeuten?

Zehnte Notiz
--------------------------------------------------------------------------------
 So wisse denn nun, oh du zerstreuter und verwirrter Said! Das Licht der Erkenntnis Gottes des Gerechten zu erlangen, es zu schauen, sein Aufscheinen im Spiegel der Ayat und der Zeugnisse zu erblicken und dir einen Einblick in die Beweise zu verschaffen, erfordert es, dass du nicht jeden Lichtschein, der über dich hinwegzieht, oder dir ins Herz scheint oder in deinen Verstand hinein leuchtet, mit deinen Fingern zu berühren oder mit der Hand deines Zweifels zu analysieren versuchst! Strecke deine Hand nicht aus, um das Licht zu fangen, das dir erscheint! Ziehe dich von den Ursachen deiner Gottvergessenheit zurück! Bleibe vielmehr stehen und wende dich (dem Licht zu)! Denn ich habe erfahren, dass es (auf dem Weg zur) Erkenntnis Gottes drei verschiedene (Arten von) Zeugnissen und Beweisen gibt.

Die erste Art gleicht dem Wasser. Man kann es sehen und fühlen, aber nicht zwischen den Fingern halten. Bei dieser Art muss man sich von seinen Illusionen befreien und (stattdessen) ganz und gar in ihm untertauchen. Man kann es nicht mit kritischem Fingern durchforschen. Tut man es dennoch, fließt es davon und verflüchtigt sich. Das Wasser des Lebens kann nicht zwischen unseren Fingern Wohnung nehmen!

Die zweite Art gleicht der Luft (und dem Wind). Man kann sie zwar wahrnehmen, aber nicht sehen und nicht berühren. Wende ihm dein Gesicht, deinen Mund zu! Kehre deinen Geist (ruh) dem Lufthauch Seiner Barmherzigkeit zu und halte dich ihm entgegen! Strecke deine kritischen Hände nicht nach ihm aus! Du kannst ihn nicht festhalten. Atme innerlich (ruh) auf! Wenn du ihn mit den Händen deines Zweifels untersuchst, die Hände deiner Kritik nach ihm ausstreckst, verlässt er dich und eilt davon. Er wird nicht in deinen Händen Wohnung nehmen, mit ihnen nicht zufrieden sein.

Die dritte Art gleicht dem Licht. Man kann es sehen, aber weder fühlen noch berühren. Weil das aber so ist, solltest du deine Augen, den Blick deines Geistes (ruh) ihm entgegen kehren, deine Augen ihm zuwenden und abwarten. Vielleicht kommt es dann ganz von selbst. Denn das Licht kannst du nicht mit deinen Händen fangen, nicht mit deinen Fingern erjagen. Denn das Licht lässt sich nur im Lichte des inneren Auges (Bassier) erjagen. Wenn du deine gierige, materielle Hand (nach ihm) ausstreckst und es mit einer materiellen Waage wiegen willst, versteckt es sich (vor dir) auch wenn es nicht erlischt. Denn so wie das Licht nicht damit zufrieden ist, wenn du es in die Materie einzuschließen versuchst, so lässt es sich auch nicht beschränken und akzeptiert nicht opake (= lichtundurchlässige) Dinge als seinen Herrn und Meister.
Gespeichert

Wenn ich das Wunder eines prachtvollen Sonnenuntergangs oder die anmutige Schönheit des Mondes bewundere, so weitet sich meine Seele in Ehrfurcht vor dem allmächtigen Schöpfer ALLAH
Sema
Gast
« Antworten #1 am: November 18, 2009, 22:27:28 »

Echt schwieriger Text, vielleicht klappt's besser, wenn du auch das Türkische liest. Bei mir war es jedenfalls etwas einleuchtender. Es geht darum, dass Üstad hz. sich (und im Endeffekt uns) daran erinnert, dass wir nicht alle Widerspiegelungen der Namen Gottes und die göttlichen Briefe im Kosmos mit der Hand des Zweifels und des Hinterfragens erfassen können, alles materiell verstehen und analysieren können.
Gotteserkenntnis erfolgt auf drei Wegen, es gibt drei verschiedene Zeugenschaften der Gotteserkenntnis, auf osmanisch Marifetullah:

-Man sieht und fühlt die Existenz Gottes, die Widerspiegelung Seiner Namen, doch kann es nicht erfassen. Materiell erfassen. Genau wie die Existenz des Wassers- sehen und fühlen tut man es aber erfassbar und greifbar ist Wasser nicht, da kein "Körper".

-Eine andere Art des Marifetullah, der Gotteserkenntnis ist jene: Man spürt es, aber sehen und erfassen kann man es nicht. Deswegen die Metapher der Luft, welche man weder sehen noch fassen kann- aber nur mit ihr überlebt man auch- also existent, fühlbar.

-Licht ist ersichtlich aber weder zu greifen, noch spürt man es. So ist auch der dritte Weg oder der Beleg für die Gotteserkenntnis.

Ergo: nicht die bloße materielle Hand, das Auge können Gott fassbar, sichtbar machen, sie sind keine Waage um dieses aufzuwiegen und zu bestreiten und widerlegen zu können, wenn dann sind sie die kleinsten Werkzeuge eben um Marifetullah zu betreiben, neben den bedeutenden Werkzeugen des Geistes(ruh), und dem Auge des Herzens (latife-i Rabbaniye/das spirituelle Herz).
Und das beste daran ist, dass gerade die geringfügigen Werkzeuge des Menschen wie der Körper, die Sinnesorgane als Beweis für die Nicht-Existenz Gottes deklariert werden. Mit Wasser kann man den Tank aber nicht füllen, genauso wenig, wie wenn man versucht Luft in einer Waagschale zu messen.
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.16 | SMF © 2011, Simple Machines Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS