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Autor Thema: Vorsicht vor NEO-HARICI’S , die sich unter dem Deckmantel von Imam Ebu Hanife..  (Gelesen 2022 mal)
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cark
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« am: November 18, 2009, 11:01:44 »

Vorsicht vor NEO-HARICI’S , die sich unter dem Deckmantel  von Imam Ebu Hanife verstecken !! Deutung des Wortes Al-Yad


Wie deutet Imam Ebu Hanife die Ayet „Yed’ullah“*?

* (Das arabische Wort „Yed“, welches übersetzt Hand bedeutet, wird in der arabischen Linguistik oft als eine Metapher für Schutz, Kraft etc. verwendet.)

Antwort:

Zuerst sei erwähnt, dass Allah weder zeitlichen noch materiellen Bedingungen unterworfen ist und auch nicht mit körperlichen Erkennungszeichen verglichen werden kann.
Der Qur’anvers „nichts gleicht IHM“ ist absolut zu verstehen und verdeutlicht, dass Allah nichts in seiner Schöpfung ähnelt und ER in Seiner Vollkommenheit mit materiellen Existenzen nicht kategorisiert werden kann.
Deshalb hat der Großteil der Ahlu-Sunnah Gelehrten, wie auch Imam Abu Hanifa, jegliche Klassifikation des Wortes „Yed“ mit der Beschaffenheit von Geschöpfen negiert und solche Deutungen als Sirk(Irrglaube) verurteilt.

Imam Abu Hanifa schreibt in seinem Werk Fiqhul Ekber, dass die Ayet „Yed’ullah“ eine unbestimmte, d.h. nicht eindeutig festlegbare Eigenschaft(Sifat) darstellt.

Trotz dessen versuchen heutzutage dogmatischen Gruppierungen, die sich selbst als „Selef“ bezeichnen und sich immer wieder auf Imam Abu Hanifa beziehen und sogar aus seinem Werk Fiqhul Ekber zitieren, auf pseudowissenschaftliche Art und Weise zu beweisen, dass Allah ein Körpermerkmal wie eine Hand hätte und die Mehrheit der Muslime deshalb dem Irrglauben verfallen sei.

In dem Werk Fiqh’ul Ekber von Imam Ebu Hanife ist unverkennbar zu lesen, dass die Ayet „Yed’ullah als eine nicht eindeutig festlegbare Eigenschaft(Sifat) erläutert wird. Eine Eigenschaft(Sifat) wiederum ist ein Attribut bezüglich einer Handlung bzw. Kennzeichen einer Wirkung.
Demnach ist es falsch und unlogisch Imam Ebu Hanife zu unterstellen, dass er die Ayet „Yed’ullah“ als ein Körperteil definieren würde, weil die Wörter Eigenschaft(Sifat) und Körperteil nicht gleichgesetzt werden können.

Die Eigenschaften des Wesens (Zati) Allahs sind nach Ebu Hanife folgende:
1. Hayat – Das Leben - Der Lebende, Der Lebendige
2. Ilim – Das Wissen - Der Wissende
3. Irade – Der Wille – Das Wollen
4. Kudret – Die Macht - Der Mächtige
5. Sem – Das Hören - Der Vernehmende
6. Basar – Das Sehende - Der Erfassende
7. Kelam – Das Wort – Der Offenbarende

Des Weiteren schreibt Iman Ebu Hanife, dass das Wort „Yed“ nicht durch andere Bezeichnungen wie Kraft oder Schutz etc. ersetzt werden darf(Quelle:Fiqh’ul Ekber), um einerseits die Originalität des Qur’an zu gewährleisten und darauf hinzuweisen, dass die Eigenschaft „Yed“ nicht eindeutig und nur auf eine eingeschränkte Betrachtungsweise festgelegt werden kann.

Imam Es'ari sowie Imam Maturidi, die auch den Weg von Imam Ebu Hanife und der Ahlu-Sunnah gefolgt sind, haben die Ayet „Yed’ullah“ aus „sprachökonomischer Sicht“ (d.h. damit es nicht falsch ausgelegt wird) als ein Synonym für Macht, Schutz usw. gedeutet, jedoch mit der Einschränkung das diese Begriffe als gedankliche Hilfestütze dienen und nicht den Qur’anvers in seiner Bedeutung einschränken oder ersetzen sollen. Zudem betonen sie, dass die wahre Bedeutung und Beschaffenheit dieser Eigenschaften nur von Allahs allumfassendem Wissen erfasst werden.
http://www.fragenandenislam.de/fr143.htm
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Der Reisende
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« Antworten #1 am: April 17, 2010, 10:53:10 »

Assalamu Aleikum;

Das hat mit unterschiedlichen Verständnismethoden der Aqidah (das Glaubensfundament) zu tun. In den Jahrhunderten nach dem Gesandten (Friede seit mit ihm) haben sich verschiedene Itiqad-Schulen gebildet, die den Quran auf verschiedene Arten verstanden haben. Die Salafiyyah nahm die Eigenschaften Allahs (z.B. den Thron Allahs, Yad ullah - die Hände Allahs, das Sehen, Hören, etc.) wortwörtlich, jedoch ohne zu interpretieren. Man glaubt daran, ohne nach dem "Wie" zu fragen. Das "Wie" kennt nur Allah und die Frage danach ist unzulässig.

Die Mutazila u.a. lehnten dagegen sämtliche Eigenschaften Allahs als "Antropophorismen" ab. Sie dachten, dass dies menschliche Eigenschaften wären. Ahmad Ibn Hanbal, Schüler von Abu Yusuf und Imam Schafi, war einer der striktesten Gegner der Mutazila. Die Aschariyyah und Maturidiyyah, die sich von den Mutazila losgesagt haben, haben, soviel ich gelernt habe, einige Eigenschaften Allahs, mit denen Er sich im Quran nennt, akzeptiert (z.B. das Sehen, Hören, ...), andere jedoch metaphorisch gedeutet (z.B. der Thron Allahs, seine Yad, etc.).

Heutzutage gibt es Extreme unter den Gruppen, die die jeweils andere Denkschule zu Ungläubigen erklären. Dabei sind nur die Methoden, wie der Quran verstanden wird, unterschiedlich. Keine dieser Schulen äußert Kufr an Allah, dem Quran bzw. vergleicht Allah mit der Schöpfung (wie fälschlicherweise gelegentlich über die Salafiyyah berichtet wird). Gelehrte waren unterschiedlicher Meinung, doch Takfir haben sie dessenwegen nicht übereinander ausgesprochen, außer über die extremen Gruppen, die durch Übertreibungen in den Kufr gegangen sind.

Die Chawarijj, Kharidischiten, eine extreme Gruppe, die während des Kalifats von Uthman aufgekommen ist, hat mit den Meinungsverschiedenheiten um die Eigenschaften Allahs gar nichts zu tun. Sie hatten auch keine großen Gelehrten und sind heutzutage nahezu verschwunden. Die Schule der Salafiyyah, der z.B Pierre Vogel nahe steht, hat mit den Chawarijj nichts zu tun. Weder von der Aqidah her, noch historisch betrachtet.

Chawarijj betrachteten den Iman wie ein Gefäß. Wenn ein Loch darin ist, ist das ganze Gefäß kaputt. D.h. sie betrachteten Sünder auch als Kuffar. Die sunnitischen Denksschulen dagegen, zu denen sich die drei oben erwähnten Aqidah-Schulen zählen, sehen den Iman eher wie Stufen, bestehend aus verschiedenen Teilen. Einige Teile dieses Iman sind grundlegend (d.h. obligatorisch), um als Muslim zu gelten, andere Teile dagegen nicht. Bei Nichterfüllen dieser Teile wirft einem dies nicht aus dem Glauben. Auch sind viele Gelehrte von Ahlu Sunnah der Meinung, dass der Iman steigen und sinken kann.

Und Allah weiß es am Besten.

Wa Salam.
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cark
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« Antworten #2 am: Mai 11, 2010, 15:26:08 »


Aleykum Selam
Elhamdulillah, dass ich keinen Vogel als Vorbild habe.

Du schreibst:
Man glaubt daran, ohne nach dem "Wie" zu fragen. Das "Wie" kennt nur Allah und die Frage danach ist unzulässig.

Trotz deiner Bemühungen, ist es Tatsache, dass die Neo-Harici (Wahabiten & Schule der Pseudo-Salafiyyah) Allah ein Körpermerkmal zu weisen.
Nach der Ansicht  der Neo-Harici  wird dem Wesen (Zat) Allahs ein Körpermerkmal wie eine Hand zugeordnet, wobei sie auch betonen wie du auch schreibst „Das Wie kennt nur Allah“.  Der Qur`an wird hierbei wortwörtlich und ohne Auslegung anerkannt und determiniert.
Das heißt im Klartext, dass die Pseudo-Salafiyyah behauptet, dass Allah eine Hand hat, aber sie nicht wissen wie es aussieht oder wie dessen Beschaffenheit ist.

Nach der Auffassung der Ahlus Sunnah vel Jamah, wie es Ebu Hanife  in seinem Werk Fiqhul Ekber erläutert, ist der Vers bzw. das Wort hierbei in seiner Bedeutung nicht eindeutig festlegbar, das heißt die wahre Bedeutung dieses Qur`anverses  kennt nur Allah.

Unterschied zu Pseudo-Salafiyyah :
Durch  doktrinäre Fixierung der NEO-Harici (Wahabiten) wird Allah ein Körperteil zugewiesen, da sie die Auslegung dieses Wortes nicht erlauben. Somit widersprechen sie  der  Mehrheit der islamischen Gelehrten und der Auffassung der Ahlus Sunnah vel Jamah, weil das "Wie" kennt nur Allah  bezieht sich auf das Verständnis des Verses und nicht auf einen Körperteil.

Zum Beispiel:
In der Sure Al-Hidschr (15; 88) ist zu lesen „Sei auch nicht über sie betrübt. Aber senke deine Flügel über die Gläubigen.“. Die Gelehrten sind sich einig, dass der Inhalt dieser Ayet gedeutet werden muss und nicht wortwörtlich zu verstehen ist. Gemeint ist hier, dass der Prophet (s.a.s.) mit den Gläubigen nachsichtig und sanftmütig sein soll und nicht dass er Flügel hat.
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Der Reisende
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« Antworten #3 am: Juni 16, 2010, 16:23:17 »

Assalamu Aleikum;

Sprich: Er ist Allah, ein Einziger, Allah, der Absolute, Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden, und ihm ebenbürtig ist keiner. (Quran, ungefähre Bedeutung, Sura 112)

D.h. die Eigenschaften Gottes, Sein Sehen, Sein Hören, Sein Antlitz, Sein Sich Erheben über dem Thron,... etc. überhaupt mit menschlichen Begriffen bzw. Vorstellungen zu vergleichen, ist falsch. Das übersteigt den Geist des Menschen.

Wa Salam.



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AbdullahvonBlumenthal
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« Antworten #4 am: Juli 24, 2011, 08:31:44 »

As Salamu alaykum Liebe Brüder und Schwester,

Zu diesen und ähnlichen Fragen habe ich 11 Jahre lang an einer Buchübersetzung gearbeitet und letzten Monat ist es endlich bei arcelmedia (siehe www.arcelmedia.de) erschienen. Ich bin ein begeisterter Leser der Risâle-i Nur und besonders gut finde ich die Übersetzungen von Lichtstr. Allerdings habe ich auch die Feststellung machen müssen das die Muslime in Deutschland kein Zugang zu Grundwissen in deutscher Sprache haben, so fand ich mich damals als jemand der viel mit Konvertierten Muslimen zu tun hat genötigt dieses Buch zu übersetzen, wo 19 klassische Schriften der islamischen Dogmatik (Aqida) in einem Band zusammengefasst werden. Das Buch heißt "Die Islamische Dogmatik" das ich für jeden der Grundwissen (Vorkenntnisse) kompakt benötigt empfehlen kann.

In disem Buch sind Schriften, 19 Apologeten der islamischen Glaubenslehre gesammelt. Diese sind:
1. Al Fiq al-Akbar (von Abu Hanifa)
2. Al Aqida at-Tahawiyya (Jafar at-Tahawi)
3. Aqidatu´l Aschâriyya (Prof. Dr. Muhammad Abu Zahra)
4. Kitabu´t Tawhîd (Imâm Mâturîdî)
5. Risâlatu´l Aqâid (Imâm Mâturîdî)
6. Sawâdu´l Azâm (Hakim as-Samarkandi)
7. Matni Aqâid (Aqida an-Nasafiyya) (Abu´l Hafs an-Nasafi)
8. Kasida Amali ((Al Uschi al-Fargânî)
9. Al Aqida al-Adudiyya (Al Idschi)
10. Al Aqida as-Sanusiyya (al Chusni at-Talamsani)
11. Kasida an-Nûniyya (Qaadi Chidr Bay)
12. Rawdatu´l Dschannât (Imâm Birgiwî)
13. Jawharah at-Tawhid (Ibrahim al-Laqqânî)
14. Aqâidi´l Dîni Islam (Ibrahim Haqqi Erzurûmî)
15. Aqidatu´l Imân (auch Ibrahim Haqqi ...)
16. Aqâidi Islamiyya (Muhammad Zihni Efendi)
17. Aqâidi´l Islam (Ismail Haqqi Manastiri)
18. Al Madschmua Aqidatu Ahlu Sunnah wal Dschamaah (Asch-Schahristânî)
19 Imân wa Islam (Necip Fazil Kisakürek)

Wa Salâm!
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