salamalejkum
so wie hudaibia es schreibt - Allah t. hat es gewollt dass ich an ihn glaube, schon dann, als ich es noch gar nicht wusste, noch vor meiner erschaffung. z.b. so:
Der Wollende (murid) ist in Wirklichkeit ein Gewollter (murad)
Und der Gewollte ein Wollender,
denn wer Gott will, will nur durch ein von Gott ausgehendes, ihm zuvorkommendes Wollen.
Der Gewollte ist der, den Gott mit dem Ziehen der All-Macht zieht und dem er die mystischen Zustände enthüllt,
wodurch dann die Kraft des Schauens in ihm eine Anstrengung um Gottes willen,
eine Hinwendung zu ihm und ein Ertragen der von ihm auferlegten Bürden erweckt.
ich habe nie daran gedacht, nützt es mir nützt es mir nicht - es ist so und es ist gut so. ohne Allah t. kann ich nicht leben, also so oder so es ist so wie es ist. doch hab ich natürlich auch eine zeit hinter mir, eine djahilija und damals flehte ich gott auch dann an, wenn mir das wasser am halse stand. trotzdem suchte ich ihn immer öfters, obschon mich damals dünkte ich bekomme eher wenig hilfe. damals als ich drin war, waren es die jahre des schreckens ich hatte den spitzname die suchende und war ständig auf der suche nach liebe, die mir niemand geben konnte. mit dem lesen der al-fatiha hat sich diese situation dann schlagartig geändert, ich lag fast heulend am boden und entschuldigte mich bei Allah für meine untreue und vorallem dafür, dass ich so oft bei menschen um hilfe bat, statt nur bei ihm und dass ich eben menschen diente statt ihm (dies teilw. aus unwissenheit). wobei ich es schon früher nicht mochte, wenn jemand den satz "an gott glauben" aussprach. ich wehrte mich immer heftig, und sagte, ich brauche nicht zu glauben, ich weiss dass er da und absolut existent mit ist. im islam war ich dann froh, als das wort "iman" mit seiner so umfangreichen bedeutung, dieses wort "glauben" ersetzte. weil ja im deutschen sprachgebrauch glauben eine ganz andere bedeutung hat.
was nützt es mir... was wenn ich es nicht täte? wäre einfacher zu beantworten - dass ich Ihn liebe bedeutet für mich: Er ist mein Ein und Alles! - täte ich es nicht, käme es einer absoluten horrorszene gleich, sprich etwa hölle. es wäre so, wie wenn ich jene vorislamische zeit noch einmal durchmachen müsste. das schöne daran, Allah hat mir jene bilder gelöscht und die guten gelassen, von daher sehe ich jetzt das schöne der vergangenheit.
vor vier tagen ist mein papa gestorben, mit dem ich eine sehr innige herzensbeziehung pflegte. sozusagen aus heiterem himmel bekam ich ein telefonat von meiner mutter, "weisst du es schon, der papi ist gestorben". im ersten moment sagte ich zu ihr, dass ich nicht traurig sein würde und was weiss ich noch... dann kam mein mann, hatte fast tränen in den augen, als ich es ihm erzählte und er tröstete mich, wo ich noch gar keinen trost nötig hatte. denn es brauchte ja auch eine weile, bis die botschaft bei mir angekommen war. dann rief ich meine schwester an und erst sie erzählte mir, dass er kurz und heftig schwer krank wurde und starb. pumm, erst jetzt begann es weh zu tun - hatte Allah mich doch von dem ganzen leid verschont, denn mein letztes erlebnis an meinen papa war ein absolut süsses telefonat. in der nacht dann wurde der schmerz heftig, ein zustand der fast unerträglich war, ich wiederholte wie ich das immer tat in solchen situationen: alhamdulillah und la haula wa'llah quwwata ila bi'llah - eine weile geschah nichts, der zustand hielt an. dann kam mir folgendes vor die augen:
ein derwisch sah des weges ein fürchterlich weinenden mann am strassenrand kauern, er fragte ihn, warum er denn so sehr weine - da antwortete dieser: " es ist jemand gestorben, den ich sehr liebte. der derwisch antwortete: "du dummkopf, warum liebst du denn jemand der sterben kann?"
danach musste ich lächeln, ich wurde innerlich ruhig, dann friedlich und am schluss froh. und dieser zustand hat bis heute angehalten, ich musste nicht mehr um meinen vater weinen. im vergleich dazu die vorislamische zeit: damals wenn jemand starb, der mir nie so nahe stand wie mein vater, fiel ich in ein loch, heulte mir die augen aus und quälte mich durch depressionen. ist ja nicht so, dass man nur trost bei Allah t. findet, trotzdem ist man arm dran, wenn man den nicht bekommt.
ich entsinne mich noch an den tag, wo ich erstmals das gefühl hatte Allah liebt mich. es geschahen immer mehr dinge, von denen ich sonst gesagt hätte, das geht nicht mehr mit rechten dingen zu: ich wurde innerlich mit gnaden, erkenntnissen und reichtum überhäuft, äusserlich mit erfüllung von langjährigen herzenswünschen, welche nur Allah allein kannte, geschenke u.v.m. gebete wurden erhört. es war in meinem innern eine art al-kawthar aus dem ich immer nur schöpfen kann. natürlich getraute ich niemandem das zu erzählen, doch irgendwann sagten andere zu mir, Allah liebt dich.
ohne Allah? geht ja nicht, aber ohne iman, da wäre keine liebe, kein el-kawthar - in der djahilya herrschten da drinn (im herzen) ziemliche dürreperioden. wenn ich was sagen konnte war es meist blech. hab mal briefe von anno dazumal gelesen und die waren wirklich leer und öde, keine schönheit keine fülle, kein überfluss.
irgendwann hab ich begriffen, dass eigentlich nichts wirklich existent ist ausser Allah. also, dies würde ich sagen ist das nützen am meisten "die Liebe". wenn ich liebe bildlich darstellen könnte, so wäre sie ein gebilde aus luft, angenehm helles, goldenes licht und wohliger wärme - die gefühle, die damit einhergehen muss ich ja nicht beschreiben, die sind klar. etwas was der mensch unbedingt braucht. und zwischen menschen befriedigt die liebe nur befristet und die zufriedenheit, die damit einhergeht ist begrenzt. doch die liebe zwischen mensch und Allah, ist erfüllend, da fühlt man sich total zufrieden und wünscht sich überhaupt nichts mehr anderes und das gute daran, dass Er sie einem nicht entzieht. egal, ob jetzt die knochen weh tun oder sonst was, es schmerzt in anbetracht dieses liebesgefühls nicht so sehr. dinge wie angst, sorge, oder sonst ungutes, schmelzen einfach dahin.
die prüfungen - ja, die sind teilweise happig. hatte auch eine weile regelrecht prüfungsangst. doch Allah ist ja einerseits der prüfer, der experte und der begleiter und helfer und tröster durch die prüfungen. die geduld dünkt mich die beste medizin dabei und denken, dass auf eine schwere zeit wieder eine leichtere folgt. und wenn's mir zu schwierig ist, dann sag ich's Ihm auch immer, dass ich es nicht mehr aushalten kann und er es mir doch bitte erleichtern möge. das hat Er bisher immer getan, doch eine weile zappeln ist schon noch drin - dann die grosse erlösung und aufatmen. das nützt es wenn ich glaube - denn die ungläubigen werden auch geprüft und sind dann wirklich blöd dran. ich weiss wenigstens, dass Allah mich nie allein lässt und mir immer! hilft.
Allah ist's Der dem menschen wirkliche freude bereitet und ohne freude, das wär ein reines schattendasein.
mein mann sagt mir zu recht fast täglich: "gell, du lebst wie eine königin" - ja, das stimmt und dies nicht, weil ich etwa goldene stühle besässe.
und Gott hat unser schicksal längst vorbestimmt und es wird kommen wie es kommen muss doch seh ich all dem mit gelassenheit entgegen. der nutzen des glaubens lässt sich nicht mit worten beschreiben, weil weder ich noch ein anderer ihn wirklich voll erfassen können.
so, ich hoffe dass ich euch nicht mit dem langen text müde gemacht hab.
salamalejku wa rahmatullah wa barakatuh
khadija