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Autor Thema: Der Name Gottes  (Gelesen 3930 mal)
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Grynberg
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« am: August 18, 2006, 23:29:53 »

Bei allen Diskussionen über den Namen Gottes begegnen wir im allgemeinen zwei Arten von Missverständnissen:

Erstens einen theologischen: Als Gott vor dreitausend Jahren am Berg Sinai dem Moses die Gesetzestafeln gab und einen Bund mit Seinem Volk schloss, lautete das Grundgesetz dieses Bundes: „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ Und dieses Gesetz gilt nach dreitausend Jahren im ehemals christlichen Abendland noch heute. Ich denke daher, dass die Zeugen „Jehovas“ der Meinung sind, dass die „Mohammedaner“ an den Gott „Allah“ glauben und sie diesen Gott unbedingt bekämpfen müssen, damit nicht die „Heidenvölker“ überall ihre Moscheen bauen und am Ende noch die ganze Welt dazu verführen, diesen Gott anzubeten.
Der zweite Grund ist, wie bereits gesagt, ein linguistischer. Jeder, der auch nur ein ganz klein wenig Arabisch versteht, weiß, dass es in der arabischen Sprache nur ein einziges Wort für Gott gibt und dieses Wort heißt „Allah“. Ein zwischen Juden, Christen, Muslimen und Atheisten auf arabisch geführtes Gespräch über den Namen Gottes kann daher nur auf völliges Unverständnis stoßen.

Da nun aber die meisten in Deutschland lebenden Muslime Türken sind, stoßen wir hier wiederum auf drei Probleme:
Erstens: Die Türkei ist ein laizistischer, von Kemal Mustafa Pascha gegründeter Staat, in dem jeder Staatsbürger sich als Türke zu fühlen und türkisch zu sprechen hat, auch wenn er Kurde ist. Nun verlangt aber der Islam, die täglichen Gebete in arabischer Sprache zu verrichten. Kemalisten sehen darin einen Verrat am türkischen Nationalbewusstsein und verlangen, dass auch der Name Gottes getürkt wird. Muslime sehen darin einen Verrat am wahren Glauben.
Zweitens: Christianisten in Deutschland sind der Auffassung, dass „Allah“ zu den fremden Göttern der heidnischen Völker gehört, gegen die man früher ganze Kreuzzüge geführt hat und die man unbedingt bekämpfen muss. Islamisten die dagegen überzeugt sind, dass ihr Gott „Allah“ heißt, in Deutschland vielfach auf Ablehnung stoßen und befürchten, in der Fremde ihre Identität zu verlieren, glauben dagegen, dass das Wort „Gott“ nur für Christen gilt und der Gebrauch dieses Wortes ein Verrat am wahren Glauben ist.
Drittens: Die meisten der in Deutschland lebenden Türken sind nur einfache Arbeiter, verstehen nur wenig vom Islam und noch weniger von der arabischen Sprache. Sie wissen daher häufig nicht, dass das Grundgesetz des Islam nicht wie bei den alten Israeliten vor dreitausend Jahren verbietet, die fremden Götter der Heiden anzubeten, sondern ein Bekenntnis zu dem Gott ist, der Himmel und Erde erschaffen hat und alles, was darinnen ist und lebt und dieser Gott ist ein einziger Gott.

Es ist daher mein innigster Herzenswunsch, unsere Kinder zu lehren, dass die Welt nicht von mehreren, einander bekämpfenden Göttern erschaffen wurde, dass sich in dieser Welt, trotz Libanon, nicht zwei Welten zweier feindlicher Götter gegenüberstehen, die einander zu vernichten und die Welt zu zerstören drohen, sondern, dass es nur eine Welt gibt, die nur von einem Gott erschaffen wurde, auch wenn es viele verschiedene heilige Bücher gibt und sich jeder Mensch von Gott sein eigenes Bild macht und dass wir alle nur diesen einen und einzigen Gott anbeten, mögen wir Ihn nun Gott, Bog, Dieu, Allah oder Wakantanga nennen.
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Hudaibia
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« Antworten #1 am: Oktober 25, 2006, 23:54:00 »

In europäischem Sprachraum wird für den Schöpfer des Kosmos als Sein Name das Wort "Gott" gebraucht. Da die europäischen Sprachen überwiegend zu indogermanischer Sprachfamilie gehören, ist das Wort "Gott" von dem Wort "Khod" aus dem Persichen abgeleitet. Khod entspricht dem Wort "Huda", das wir kennen, und bedeutet: "derjenige, der die rechte Leitung gibt". Perser und Inder begrüßen sich beim Abschied mit den Worten: "Khoda Khafes!", was "Gott, der Beschützer" heißt. Sie gebrauchen es im selben Sinne sogar in Kurzform: "Khod", was auf Deutsch "Gott" heißt.
Im Qur'an heißt es in einer Ayah sinngemäß: "Sage: Hätte der Allerbarmer einen Sohn , würde ich der erste sein, der ihm folgt?!" Dadurch verneint die Ayah die göttliche Natur Jesu als Sohn einerseits, andererseits korrigiert sie den Namen Gottes entsprechend der Vorstellung der Christen. Wie im Qur'an und in den Hadithen überliefert, hat Gott 99 Namen, unter dessen "der Zwingende (Djeb'bar)", "der Zornige (Kah'har)",  "der Tod schenkende (Mümit)" etc. sind. Gott ist im Christentum aber unmissverständlich mit Seinen liebevollen, verzeihenden und barmherzigen Eigenschaften vorgestellt, was auf arabisch "Ar-Rahman (Allerbarmer)" heißt. "Al'lah" ist aber der Name Gottes, der alle Seine Eigenschaften umfasst. Da die Christen in ihrer Oberflächlichkeit dem Islam gegenüber "Allah" als ein Götze oder Gott der Muslime missverstehen, müssen wir bei unserer Konversationen mit ihnen darauf achten, um dieses Missverständnis aus dem Weg zu gehen, für Allah das Wort "Gott" zu gebrauchen.
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Der Reisende
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« Antworten #2 am: September 21, 2010, 17:49:26 »

Assalamu Aleikum

In vielen alten Kulturen gab es das Konzept eines Schöpfergottes. Allah sagt im Quran, dass Er Sich jedem Volk in seiner Sprache offenbart hat. Es gab 124000 Propheten oder sogar 224000, die den Menschen entsandt wurden und die Einheit Gottes verkündeten. Vordergründig ist dieses Konzept jedoch nur in den abrahamitischen Religionen geblieben. D.h. dem Judentum, dem Christentum und dem Islam und ihren Sekten und Abspaltungen.

Das Judentum kennt 72 Eigenschaften Gottes. Im Islam wurden uns 99 Namen dargelegt. Im Hebräischen wird Gott Eloah oder Elohim genannt. Die aramäischen Christen sagen Elah. Das Wort Allah ist dem sehr nahe verwandt. Dies ist vielen europäischen Christen, die weder die Bedeutung des Wortes kannten, noch die Bibel in ihrem hebräischen Urtext lesen, über lange Zeit entgangen. Daher haben einige Gruppen von ihnen Allah mit einem Mondgott gleichgesetzt. Dabei sagen die arabischen Christen und Juden selbst Allah zum Schöpfer.

Die Zeugen Jehovas meinen, dass Jehova der Name Gottes sei und gründen ihr Glaubensfundament darauf. Doch seit Jahrhunderten wurde dieser Name, d.h. YHWH, aus Respekt von den Juden nicht mehr ausgesprochen. Hebräisch ist eine Konsonantensprache, genauso wie Arabisch, das heißt, dass es unterschiedliche Möglichkeiten zur Vokalisation gibt. Könnte eine der Eigenschaften Allahs in hebräischer Sprache sein. Wie auch immer.

Die Muslimen haben kein Problem mit den Namen Gottes in anderen Sprachen. Wir wissen, dass damit immer der Einzige gemeint ist. Allerdings verwenden wir Arabisch, da dies die letzte Sprache ist, in der sich Gott einem Propheten offenbart hat.

Wa Salam.
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Khalid
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« Antworten #3 am: September 21, 2010, 18:15:53 »

aramäisch war die sprache jesum. Was heißt gott auf aramäisch? Antwort: alaha oder oloho und das ähnelt dem begriff allah! Die araber stammen von den israelis ab und bei ihnen stimmt es mehr als von den heiden abstammenden europäern!
Allah ü Ekber la ilahe illehu al malikul Kuddus!
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Loiiki
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« Antworten #4 am: Februar 23, 2011, 14:47:54 »

das sind sehr interessante Aspekte die hier zur sprache kommen, das ist wirklich interessant so den wortursprung zu erforschen und dem auf den grund zu gehen. besonders wenn es der aufklärung dient, und dazu führt das dann gewisse Missverständnisse umgangen werden.
toll! bin echt beeindruckt von dem ganzen wissen hier.  Lächelnd
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