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Autor Thema: Was kann man alles mit "Haram-Geld" machen?  (Gelesen 2499 mal)
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El_Emin
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« am: März 07, 2010, 00:49:56 »

Selamün aleyküm,
ich wollte gerne wissen, was man halt alles mit "Haram-Geld" machen kann/darf. Also wegschmeissen wäre ja ziemlich sinnlos, und dazu noch eine Verschwendung. Für Lebensmittel ausgeben, oder an arme Menschen spenden etc. ist glaub ich auch nicht erlaubt. Ich hatte gehört, dass es erlaubt sei, Toiletten damit zu bauen, es für Toilettenpapier auszugeben, oder Strom/Gaskosten zu bezahlen, und auch es einer Moschee geben, sollte erlaubt sein, oder?  Wie ist es mit Büchern, Elektronikwaren etc.? Das sind ja "tote" Gegenstände, die man auch nicht essen tut. Ich mein, dass es auch eine Rolle spielt, dass wir nicht in einem Land leben, wo die Sharia gilt.
Ich möchte nicht eure persönliche Meinung, sondern die Meinung der Gelehrten hören, (bitte mit Quellenangaben). Falls ihr euch fragt, woher das Geld kommt: Durch Zinsen eines Bausparvertrages, den ich vor knapp 10 Jahren abgeschlossen hatte.
Also, was sagt die islamische Rechtsprechung?
Schonmal vielen Dank.
v.s.
Emin
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« Antworten #1 am: März 09, 2010, 21:45:17 »

Kann mir echt niemand helfen?  Huch Das ist wichtig, will halt nix falsch machen, ich wäre echt sehr sehr dankbar wenn einer hier Bescheid wüsste.
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« Antworten #2 am: März 10, 2010, 01:27:10 »

Salam,

bin kein Profi, aber ich erinnere mich daran, gehört zu haben, daß du es für was wohltätiges ausgeben solltest. Auf keinen Fall zu deinem eigenem Nutzen. Auch nicht zum Bau einer Moschee oder ähnlichem, denn das Geld ist ja nicht halal. Du kannst es einem armen geben oder in Afrika oder wo Menschen hungern spenden. Dabei muss Dir klar sein, daß dies nicht als Zakat zählt und auch nicht als Sadaqa. Du solltest es im Optimalfall dem zurückgeben, von dem es eigentlich ist, damit ist nicht die Bank gemeint, sondern der, der dafür Verlust macht, damit andere aus diesem Verlust profitieren konnten.
Da dies aber bei Zinsen nicht so leicht ist, den zu finden von dem die Bank es (am meisten für sich selbst ) (und ein wenig dich) genommen hat, um Zinsen mal so zu umschreiben, gibst du es einem anderen wohltätigen Zweck.

Wie gesagt, du hast keinen Anspruch darauf daß es als gute Tat zählt, da es eh nicht dein Geld ist...
Zwinkernd

Vielleicht ist es irgendwie hilfreich,
Allahu alam.
wassalam
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« Antworten #3 am: März 11, 2010, 23:48:36 »

Erstmal danke Abbas an deine Antwort, hmm, aber wenn ich mit dem Geld Brot kaufen würde, und es an arme Menschen verteilen würde, dann würden die doch quasi "Haram-Brot" essen, dass wäre doch genauso wie wenn man halt Brot klauen würde, und dann es essen würde, dass wäre ja auch dann "Haram-Brot".
Kann ich mit dem Geld nicht einfach Kinokarten für viele Kinder kaufen, ich mein da geht man halt hin und schaut sich dann den Film an und geht ^^ ist zwar ne Zeitverschwendung, aber wenn ich damit Kindern ne Freude machen kann, warum nicht (obwohl natürlich das Spenden an arme Kinder tausendmal sinnvoller wäre)
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Abbas
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« Antworten #4 am: März 12, 2010, 02:39:10 »

Salam Bruder,

ich sag ja, ein Experte bin ich da nicht.
Aber du musst immer an die Verhältnismäßigkeit denken.
Einem Menschen das Leben retten ist allemal Halal, du weisst ja, in Not kannst du sogar nicht halal geschlachtetes Fleisch essen, wenn du sonst verhungern würdest. Daher würde ich sagen, mit dem Geld eine Moschee bauen oder ins Kino gehen fällt unter die Kategorie: Lieber nur Halal Geld verwenden, denn es ist nicht zwingend nötig dieses Geld zu nutzen. Aber Menschen die Hungern, dürften dieses Geld allemal konsumieren, wenn du es weggeben musst, dann dem er es am meisten nötig hat...

Habs gerade auch mal in nem Fiqh Buch nachgelesen, was der letzte Stand ist:

-Die Zinsen müssen an Personen ausgezahlt werden die Zakatberechtigt sind, insbesondere Arme und Bedürftige. Die Zahlung darf aber nicht verknüpft sein mit der Niyya zur Ibada.  (Absicht zur Gottesdienstlichen Handlung)

-Die Verwendung des Geldes für den Bau und Unterhalt von Moscheen ist absolut verboten.

Inschaallah hilft dir das weiter!
Smiley

Salam,
Abbas

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« Antworten #5 am: Juni 06, 2010, 20:46:33 »

kann mich abbas' anschließen.

doch inwiefern "haram" das immer ist? lässt sich disktutieren..

laut imam-i azam und imam-i muhammed mezhep, darfst du in einem nicht-muslimischen land die riba (zins) annehmen, da ist nicht als verrat oder hindernis oder unmoralisch angesehen wird (=zinssystem, der bereitssteller hat mehr davon, von daher..) das heißt natürlich nicht, dass du den nicht-muslim bestehlen, betrügen, o.ä. darfst. Zwinkernd

diese legt sich an folgende hadithe: "im dar al-harp gibt es kein zinsverhältnis zwischen muslimen und nicht-muslimen." zeylai, nasbu’r-raye, IV. 44; ibn humam, VII. 39.

laut ebu yusufs mezhep (rechtsschule) ist das prinzipiell überall nicht erlaubt. anstandshalber (nicht wirtschaftlich).

so, zum thema: von zinsgeld großartige erwartungen würd ich nicht haben, doch dass du das geld einem zekatbedürftigen abgibst, ist moralisch das richtigste und belohnt wirst du sicher auch. insAllah.

vesselam.

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